Vor Verleihung des Karlspreises
"Abgrund der eigenen Eitelkeiten": Aachener Bischof kritisiert indirekt Trump, Xi und Putin

Kurz vor der Verleihung des diesjährigen Karlspreises hat der Aachener Bischof Dieser an die Menschen in Europa appelliert, stärker für ihre Werte einzustehen.

    Helmut Dieser, Bischof von Aachen, spricht mit ernster Miene.
    Der Bischof von Aachen, Dieser, hat indirekt die Präsidenten Trump, Xi und Putin kritisiert. (picture alliance / dpa / Robert Michael)
    Er sagte bei einem Gottesdienst im Aachener Dom, Europa habe keinen Mangel an Werten - sondern einen Mangel an Entschiedenheit, an Tempo und Konsequenz. Der Bischof kritisierte die Präsidenten Russlands, Chinas und der USA, ohne deren Namen zu nennen. Er sagte, der Eine halte einen Angriffskrieg am Laufen, der Menschenleben in unvorstellbarer Zahl koste. Der nächste baue sein Land zur aggressiven Weltmacht aus, die ihre eigene Bevölkerung überwache. Und der Dritte reiße die westliche Reputation von Völkerrecht und regelbasiertem Handeln hinab in den Abgrund seiner eigenen Eitelkeiten.
    Der Internationale Karlspreis wird am Mittag dem früheren EZB-Präsidenten und ehemaligen italienische Regierungschef Draghi verliehen. Mit der Auszeichnung würdigt das Karlspreis-Direktorium nach eigenen Angaben die Rolle Draghis während der Eurokrise und seine Reformimpulse für die EU.
    Mit dem Karlspreis werden seit 1950 Persönlichkeiten oder Institutionen ausgezeichnet, die sich um Europa verdient gemacht haben.
    Diese Nachricht wurde am 14.05.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.