Vergleichbare Deals?
Abkommen mit dem Iran 2026 und 2015: Was die Vereinbarungen von Trump und Obama gemeinsam haben - und was nicht

Für US-Präsident Trump steht fest: Das Rahmenabkommen mit dem Iran ist viel besser als das Atomabkommen von 2015. Aber lassen sich beide überhaupt vergleichen? Was sind die Gemeinsamkeiten und Unterschiede? Ein Überblick.

    Das Foto zeigt, wie US-Präsident Trump im Schloss von Versailles das Rahmenabkommen mit dem Iran unterzeichnet.
    Lassen sich die Absichtserklärung von 2026 und das Atomabkommen von 2015 vergleichen? Was sind die Unterschiede? (IMAGO / ZUMA Press / Daniel Torok / White House)
    Trump hält das vom damaligen US-Präsidenten Obama geschlossene Abkommen von 2015 für einen der "schlechtesten Deals aller Zeiten" und hat es 2018 aufgekündigt. Die neue Absichtserklärung dagegen sei eine "Mauer", die verhindere, dass der Iran jemals Atomwaffen besitze. Allerdings gibt es scharfe Kritik an der Vereinbarung, auch aus den Reihen von Trumps Republikanern. Auch sein Vorgänger, der Demokrat Obama, sieht die Vereinbarung kritisch und hält es für zweifelhaft, dass ein besseres Abkommen als das von 2015 zustandekommt.

    Grundsätzliches

    Es handelt sich um zwei strukturell unterschiedliche Texte. Das Atomabkommen von 2015 ist ein endgültiges Dokument. Es ist mit allen Anhängen 159 Seiten lang. Die Verhandlungen dauerten zwei Jahre, beteiligt waren auch Russland, China, die EU, Deutschland, Frankreich und Großbritannien.
    Das Memorandum of Unterstanding von Juni 2026 ist ein kurzer und vorläufiger Text, der die Grundlage für 60 Tage Verhandlungen bilden soll. Er soll vor allem ein Ende der Kampfhandlungen und die Öffnung der Straße von Hormus gewährleisten.

    Verzicht auf Atomwaffen

    In beiden Vereinbarungen findet sich die Zusicherung, dass der Iran keine Atomwaffen entwickeln und besitzen darf. Ein Widerspruch steht im Raum: Warum hat die Islamische Republik in den letzten Jahren Uran auf 60 Prozent angereichert? Die weitere Anreicherung auf 90 Prozent für Atomwaffen ginge laut Experten sehr schnell.
    Das iranische Raketenprogramm wird in beiden Abkommen nicht erwähnt - darauf weisen Kritiker der Vereinbarungen hin.

    Beschränkung des Atomprogramms

    Kernpunkt des Abkommens von 2015 war die Begrenzung des iranischen Atomprogramms. Das nukleare Material durfte 15 Jahre lang nicht 300 Kilogramm und einen Anreicherungsgrad von 3,67 Prozent überschreiten. Die Anzahl der Zentrifugen für die Anreicherung wurde begrenzt. Die Internationale Atomenergiebehörde erhielt umfangreiche Kontrollrechte - und bestätigte mehrfach, dass der Iran den Vertrag einhält. Nach dem Ausstieg von US-Präsident Trump begann der Iran dann, Uran wieder höher als erlaubt anzureichern.
    In der Absichtserklärung von 2026 wird darauf hingewiesen, dass man das Thema der Anreicherung und der nuklearen Bestände in den 60-tägigen Verhandlungen angehen werde. Das hochangereicherte Uran könnte demnach unter Aufsicht der IAEA verdünnt werden. Der Iran verfügt derzeit über 440 Kilogramm Uran, das auf 60 Prozent angereichert ist. Unklar ist, wo die Bestände lagern und ob sie überhaupt zugänglich sind. Bei ihren Angriffen im Juni 2025 hatten die USA und Israel die Atomanlagen des Iran gezielt angegriffen und teils zerstört.

    Aufhebung von Sanktionen

    Das Abkommen von 2015 sah vor, dass die meisten Sanktionen gegen den Iran im Gegenzug für die Einschränkung des Atomprogramms aufgehoben werden. So wurden viele Banken wieder an das internationale Zahlungsnetzwerk SWIFT angeschlossen. Der Ölexport wurde wieder erlaubt, zudem wurden Vermögenswerte in Milliardenhöhe freigegeben. Nach dem Ausstieg der USA wurden die Sanktionen dann wieder in Kraft gesetzt und verschärft. Über einen "Snapback"-Mechanismus, den Deutschland, Frankreich und Großbritannien auslösten, traten im Herbst 2025 auch die UNO-Sanktionen wieder in Kraft.
    Im "Memorandum of Understanding" von 2026 wird ein Ende aller Sanktionen in Aussicht gestellt. Der Zeitplan ist Teil der anstehenden Verhandlungen. Allerdings wird dem Iran bereits jetzt erlaubt, wieder Öl und petrochemische Produkte zu exportieren. Auch die Freigabe eingefrorener Vermögenswerte ist geplant. Hinzu kommt ein privater Investitionsfonds von 300 Milliarden Euro für den Wiederaufbau des Landes.

    Regionale Akteure

    Schon nach dem Abkommen von 2015 wurde kritisiert, dass die Unterstützung des Irans von militant-islamistischen Organisationen wie Hamas, Hisbollah und den Huthi keinen Eingang in den Text gefunden hatte. In der Absichtserklärung von 2026 ist das genauso. Allerdings ist dort die Rede vom Libanon und dass die Kämpfe auch dort enden sollen. Die Akteure - die israelische Armee und die Hisbollah - werden aber nicht namentlich erwähnt. Es bleibt abzuwarten, ob beide sich an die Vereinbarung halten werden.

    Weiterführende Informationen

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    Nach Unterzeichnung des Abkommens - USA erklären Blockade iranischer Häfen für beendet
    Hormus - deutsches Mandat für Minenräum-Mission?
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    Diese Nachricht wurde am 19.06.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.