Angriff auf Ordensschwester in Jerusalem
Abt Nikodemus beklagt "neue Dimension der Gewalt" gegen Christen in Israel

Unter der in Teilen rechtsextremen Regierung in Israel wächst bei Christen im Land nach dem Angriff auf eine Nonne die Angst um ihre Sicherheit.

    Der Abt Nikodemus Claudius Schnabel mit Bart lächelnd im Porträt.
    Der Benedektiner Nikodemus Claudius Schnabel ist seit 2023 Abt in der Dormitio-Abtei in Jerusalem und damit Auslandsseelsorger für die deutschsprachigen Katholiken in Israel und Palästina. (picture alliance / KNA / Julia Steinbrecht)
    Der katholische Abt Nikodemus Schnabel aus Jerusalem sagte im Deutschlandfunk, man erlebe eine "Enttabuisierung von Christenhass". Leute, die ihn als Mönch früher angespuckt hätten, seien heute in der Regierung. 2015 hätten jüdische Extremisten einen Brandanschlag auf das Kloster Tabqa verübt, erklärte er. Verteidigt habe sie der Rechtsanwalt Itamar Ben-Gvir. Inzwischen sei dieser Mann, der sich vor Gericht als - Zitat - "notorischer Christenhasser" gebärdet habe, Minister für nationale Sicherheit. Schnabel forderte die Bundesregierung auf, die Sorgen der Christen beim heutigen Besuch von Außenminister Saar in Berlin offen anzusprechen. Dem Ministerpräsidenten Netanjahu warf Schnabel vor, sich nicht ausreichend solidarisch zu zeigen.
    Vor einigen Tagen war in Jerusalem eine französische Nonne am helllichten Tag von einem Mann zu Boden geworfen und getreten worden. Der Sender N12 veröffentlichte ein Videodavon. Christen beklagen schon seit Längerem ein zunehmendes Klima der Angst in Israel.
    Diese Nachricht wurde am 06.05.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.