
Der israelische Außenminister Saar ist heute zu Besuch in Berlin und wird unter anderem Bundestagspräsidentin Klöckner treffen. Abt Nikodemus Schnabel sagte im Deutschlandfunk, es täte gut, wenn eine prominente Stimme der Bundesregierung "in aller Freundschaft" sagen würde, dass sie wegen der zunehmenden Gewalt gegen religiöse Minderheiten besorgt sei.
Vor einigen Tagen war in Jerusalem eine französische Nonne am hellichten Tage von einem Mann zu Boden geworfen und getreten worden. Der Sender N12 veröffentlichte ein Video von dem Vorfall. Es zeigt, dass der Angreifer ein jüdisches Gebetsgewand trug.
Schnabel: Minister für nationale Sicherheit ist "notorischer Christenhasser"
Schnabel sprach von einer neuen Dimension der Gewalt gegen Christen und machte dafür unter anderem den rechtsradikalen Minister Itamar Ben Gvir verantwortlich. Dieser habe sich schon vor elf Jahren nach einem Brandanschlag auf eine katholische Kirche in Jerusalem als "notorischer Christenhasser" gebärdet. Heute sei er in der Regierung für die nationale Sicherheit verantwortlich.
Schnabel warf außerdem Ministerpräsident Netanjahu vor, sich nicht ausreichend solidarisch zu zeigen. Vor 25 Jahren sei das offizielle Israel stolz auf die religiösen Minderheiten im Land gewesen. "Das ist vorbei", beklagte der Abt.
Die israelische Polizei hat nach dem Angriff auf die Nonne nach eigenen Angaben einen 36-Jährigen verhaftet. Er werde eines rassistischen Angriffs verdächtigt, hieß es. Das israelische Außenministerium verurteilte die Attacke als "verabscheuungswürdig".
Diese Nachricht wurde am 06.05.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
