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Ägypten 2.0

Wer in der Google-Bildersuche "Ägypten" eintippt, soll nicht mehr nur Fotos von Pyramiden zu sehen bekommen, sondern Bilder von Polizeifolter. Das ist nur eines der vielen ambitionierten Ziele kritischer Ägypter. Das Netz ist ihr Medium.

Von Thilo Guschas | 02.04.2010

Indem sie Missstände im eigenen Land an die Weltöffentlichkeit bringen, wollen sie einen gesellschaftlichen und politischen Wandel erzwingen: Die ägyptische Diktatur soll zu einer echten Demokratie werden, Wahlen sollen fair verlaufen, Redefreiheit gewährleistet sein. Beliebtestes und wirksamstes Mittel sind Blogs – Internettagebücher, die eine unzensierte Sicht auf die Verhältnisse formulieren. Gepflastert sind sie mit selbstgedrehten Videoclips, TV-Mitschnitten und Protest-Songs. Aber nicht alle Blogger gehen auf harten Kollisionskurs. Das Spektrum ist breit, Blogs sind ein Massenphänomen geworden, es gibt auch Zwischentöne und abwägende Kritik. Das Internet ist zu einer ernst zu nehmenden politischen Instanz in Ägypten geworden.