
Die Zahl der Tage mit Temperaturen über 30 Grad habe sich in den vergangenen Jahren verdreifacht, sagte Reinhardt im Deutschlandfunk. Die Kommunen müssten Pläne erarbeiten, um Menschen mit Vorerkrankungen, Kleinkinder sowie Menschen in Pflegeeinrichtungen und Krankenhäusern besser zu schützen. Bei Neubauten oder Renovierungen bestehender Krankenhäuser etwa sollten klimatisierte Räume berücksichtigt werden, forderte der Mediziner anlässlich des Hitzeaktionstages.
Auch die Weltgesundheitsorganisation appellierte an die Länder Europas, ihre Bürger besser vor Hitze zu schützen. Erst gestern hatten über 150 Organisationen zu mehr Vorkehrungen in Deutschland aufgerufen.
Konzept für Hitzeschutz von Wohnungslosen gefordert
Auch die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe fordert mehr Schutz für Obdachlose vor Hitze. Geschäftsführerin Bösing sagte, Menschen, die auf der Straße lebten, könnten der Hitze nicht entkommen. Sie seien ihr ohne Zugang zu Trinkwasser, Schatten oder kühlen Rückzugsort schutzlos ausgeliefert. Hinzu komme, dass viele Obdachlose gesundheitlich bereits stark belastet seien. Bösing betonte, es gebe zwar einige gute Ansätze, so würden in Hannover obdachlose Menschen an heißen Tagen mit Wasser, Sonnencreme und Hygieneartikeln versorgt. Nach wie vor fehle es aber an einer bundesweiten dauerhaft finanzierten Hitzeschutzstrategie für diese Gruppe.
Weiterführende Informationen:
Hitzeaktionstag: WHO, Bundesregierung und Ärztekammer beziehen Stellung (Audio)
Hitzeaktionstag: Wie steht es um die Klimaanpassung in UK? (Audio)
Diese Nachricht wurde am 11.06.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
