Interview der Woche
AfD-Co-Vorsitzender Chrupalla wirft Bundesregierung erneut "Rüstungsrausch" vor

Der Co-Vorsitzende der AfD, Chrupalla, hat die Verteidigungspolitik der Bundesregierung erneut kritisiert. Zwar unterstütze seine Partei, dass die Bundeswehr wieder als Verteidigungsarmee aufgerüstet werden müsse, sagte Chrupalla im "Interview der Woche" des Deutschlandfunks. Aber Ressortchef Pistorius wolle Deutschland kriegstüchtig machen.

    Tino Chrupalla, steht mit Anzug und Krawatte an einem Rednerpult. Er hebt die Arme und gestikuliert; hinter ihm eine blaue Wand mit dem weißen Parteilogo der AfD.
    Co-Vorsitzender der AfD, Tino Chrupalla (AFP / SILAS STEIN)
    Und wer sich kriegstüchtig machen wolle, wolle in einen Krieg ziehen. Chrupalla sprach von einem - so wörtlich - Rüstungsrausch, bei dem mittlerweile Milliarden investiert würden.
    Bundeskanzler Merz hatte gestern in einer Regierungserklärung im Bundestag angekündigt, dass Deutschland Marschflugkörper des Typs Tomahawk von den USA kaufen wird. Pistorius hatte von einem starken Signal der Abschreckung gegen mögliche Angriffe auf NATO-Gebiet gesprochen.

    Chrupalla zurückhaltend zu möglicher Zusammenarbeit mit BSW

    Zudem äußerte sich Chrupalla zu einer möglichen Zusammenarbeit mit dem BSW nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt im Herbst. Das BSW hatte der AfD eine punktuelle Zusammenarbeit angeboten. Chrupalla betonte, wer mit uns reden wolle, mit dem setze man sich an einen Tisch. Aber das hänge alles vom Ausgang der Landtagswahl und den daraus resultierenden Mehrheitsverhältnissen ab. Er hätte sich vom BSW gewünscht, dass man solche Angebote erstmal intern mit den AfD-Vorsitzenden bespreche, bevor man damit an die Öffentlichkeit gehe.
    Zur Brandmauer der CDU zur AfD sagte Chrupalla, die CDU müsse sich überlegen, mit wem sie noch konservative Politik machen wolle. Wenn die Partei so weitermache, werde der Tag kommen, an dem sie auf die AfD zukommen müsse.
    Diese Nachricht wurde am 11.07.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.