Nach Bundesparteitag
AfD lobt Kubicki für Neupositionierung der FDP - Linke spricht von "letztem Sargnagel"

Der neue FDP-Vorsitzende Kubicki bekommt Lob von der Partei, von der er sich abgrenzen will: Der parlamentarische Geschäftsführer der AfD, Baumann, sagte der Nachrichtenagentur AFP, Kubicki erkenne die Probleme der Zeit, werde der AfD aber keine Wähler abwerben können. Er sei eben "in der falschen Partei".

    Der neue FDP-Chef Wolfgang Kubicki beim Bundesparteitag in Berlin.
    Der neue FDP-Chef Wolfgang Kubicki. (imago / dts Nachrichtenagentur)
    Die FDP und Kubicki würden scheitern, meinte Baumann.
    Auf dem Bundesparteitag der FDP hatte der neue Vorsitzende am Wochenende eine Zusammenarbeit mit der AfD erneut ausgeschlossen; den Begriff "Brandmauer" lehnt er allerdings ab. Auch der neugewählte FDP-Generalsekretär Hagen hat sich wiederholt davon distanziert. Im Deutschlandfunk sagte Hagen heute früh, eine Partei, die eine klare Haltung habe, brauche keine Brandmauer, um sich von der AfD oder anderen Parteien abzugrenzen. Wenn die AfD einem Antrag der FDP oder der CDU zustimme, der in der Sache richtig sei, werde dieser Antrag dadurch nicht falsch. Zugleich betonte Hagen, auch die Linkspartei komme für die FDP als Koalitionspartner nicht infrage.

    Schwerdtner: "Kubicki ist der letzte Sargnagel der FDP"

    Die Partei Die Linke zog die Abgrenzung der FDP von der AfD in Zweifel. Parteichefin Schwerdtner sprach von Lippenbekenntnissen. Kubicki stehe für den rechtsoffenen Teil der FDP, sagte sie der "Rheinischen Post". Das Letzte, was Deutschland brauche, sei eine weitere marktradikale Partei, die mit der AfD um niedere Instinkte konkurriere. Kubicki sei der letzte Sargnagel der FDP.
    Kubicki war am Samstag mit 59 Prozent zum neuen Parteivorsitzenden und Nachfolger von Christian Dürr gewählt worden, der nach mehreren Wahlniederlagen zurückgetreten war. Kubicki rief seine Partei auf, die Angst vor Wohlstandsverlust, die Kritik an der Klimapolitik und an einer Einengung der Meinungsfreiheit nicht der AfD zu überlassen. Zudem kritisierte er die Missstände in der Migrationspolitik und appellierte, auch "heiße politische Eisen" anzupacken und den Wählern damit ein Angebot zu machen.
    Die unterlegene Kandidatin für den Parteivorsitz, Strack-Zimmermann, hatte ihn und Hagen unter anderem dafür kritisiert, eine "unsägliche Brandmauerdebatte" zu führen.

    Weiterführende Informationen:

    Wie geeint ist die FDP nach dem Parteitag?
    Diese Nachricht wurde am 01.06.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.