Sachsen-Anhalt
AfD-Politiker Rausch zum Landtagspräsidenten gewählt

Der AfD-Politiker Rausch ist zum Präsidenten des Landtags von Sachsen-Anhalt gewählt worden. Er erhielt in geheimer Wahl 48 Stimmen. Es gab 29 Nein-Stimmen und fünf Enthaltungen. Damit votierten neun Abgeordnete mehr für ihn, als seine Partei Mandate hat. Das BSW, das über fünf Mandate verfügt, hatte angekündigt, Rausch zu wählen.

    Tobias Rausch nimmt nach der Wahl Glückwünsche entgegen.
    Tobias Rausch (links) und sein Vorgänger Gunnar Schellenberger (CDU) (AFP / RONNY HARTMANN)
    Es ist das erste Mal in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, dass ein Politiker einer als rechtsextrem eingestuften Partei das Amt eines Parlamentspräsidenten bekleidet.

    Rausch für offeneren Umgang mit AfD

    Der neugewählte Landtagspräsident sprach sich für einen offeneren Umgang mit seiner Partei ausgesprochen. Die Zeiten der politischen Brandmauern sollten der Vergangenheit angehören, sagte der 35-Jährige im Landtag in Magdeburg. Rausch sicherte in seiner Rede zu, er wolle sein Amt überparteilich führen und Sachpolitik über Parteipolitik stellen.
    Die Fraktionsvorsitzende der Grünen im Landtag, Sziborra-Seidlitz, sagte, ihre Partei werde sich nicht einschüchtern lassen und entschieden die Freiheit und die Menschenwürde in Sachsen-Anhalt verteidigen.
    Zum Auftakt der konstituierenden Sitzung appellierte Alterspräsidentin von Angern an die Verantwortung der Abgeordneten für Demokratie und Minderheitenschutz. In ihrer Eröffnungsrede warnte sie vor einer Verrohung der politischen Debatte. Die Linken-Politikerin äußerte Kritik am Wahlsieger AfD und an den parlamentarischen Umgangsformen der vergangenen Jahre. Politische Gegner würden entmenschlicht und niedergebrüllt.
    Vor dem Landtag in Magdeburg demonstrierten Hunderte Menschen gegen die AfD.
    Diese Nachricht wurde am 06.10.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.