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StartseiteSternzeitNeutrino-Kunst zum Hören und Sehen07.09.2019

[aiskju:b] im Ludwig Forum AachenNeutrino-Kunst zum Hören und Sehen

In der Dunkelheit des ewigen Eises unter dem Südpol halten mehr als 5.000 Detektoren nach dem schwachen Leuchten Ausschau, das Neutrinos auslösen – geisterhafte Teilchen aus den Tiefen des Weltraums, die praktisch nie mit Materie wechselwirken.

Von Dirk Lorenzen

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Die Installation [aiskju:b] macht Physik sinnlich erfahrbar  (Tim Otto Roth)
Die Installation [aiskju:b] macht Physik sinnlich erfahrbar (Tim Otto Roth)

Nur ganz selten reagiert ein Neutrino mit einem Atom im Eispanzer – und verrät sich dann durch das Leuchten im IceCube-Detektor. Der Künstler Tim Otto Roth aus Oppenau im Schwarzwald macht das Südpol-Experiment in seiner Installation [aiskju:b] sinnlich erfahrbar, wobei er IceCube, Eiswürfel, in Lautschrift schreibt.

Denn 444 illuminierte Lautsprecher stellen das weltgrößte Teilchenexperiment nach.

Der IceCube-Forscher Christian Spiering ist von [aiskju:b] begeistert (Tim Otto Roth)Der IceCube-Forscher Christian Spiering ist von [aiskju:b] begeistert (Tim Otto Roth)

Klänge und Farben vermitteln, wie imaginäre Neutrinos durch [aiskju:b] laufen. Tim Otto Roth bremst die lichtschnellen Teilchen auf Zeitlupentempo. So erhält das Publikum einen besseren Eindruck, wie sich die Neutrinos bewegen.

Tonhöhe und Farbe hängen von der Energie der Teilchen ab. Das begehbare Kunstwerk macht echte Messdaten vom Südpol erlebbar – zum Teil nahezu in Echtzeit.

Die Neutrinos kommen unter anderem von explodierten Sternen und aus der Umgebung Schwarzer Löcher. Fachleute träumen von einer Neutrino-Astronomie – sie wollen mit Hilfe dieser Teilchen mehr über die energiereichsten Prozesse im All erfahren.

Die Installation ist ein Würfel mit acht Metern Kantenlänge. [aiskju:b] ermöglicht bis zum 11. November im Ludwig Forum für Internationale Kunst in Aachen einen ganz sinnlichen Zugang zu einem der spannendsten Bereiche der Astronomie.

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