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Aktion "Hass hilft"Netz-Hetze erzeugt Spenden für Flüchtlinge

Computernutzer sitzt am Laptop mit dem Logo des sozialen Netzwerks Facebook (Imago)
Für jeden Hasskommentar auf Facebook soll eine Euro an die Organisationen gespendet werde, die Flüchtlingen helfen - und Rechtsxtremen, aus der Neonazi-Szene auszusteigen (Imago)

Hass-Kommentatoren auf Facebook lassen allmählich von "Putin-Verstehern" und "Putin-Kritikern" ab und konzentrieren sich auf Flüchtlinge - diesen Eindruck kann man derzeit gewinnen. Die Aktion "Rechts gegen Rechts" reagiert darauf mit einem ungewöhnlichen Mittel: Jeder bei Facebook entdeckte hetzerische Nutzer-Eintrag wird mit einer Spende für Flüchtlinge und gegen Rechtsextremismus honoriert.

Ein Samstag auf dem Facebook-Profil des Deutschlandfunks: "die scheiss bilder von den blöden gören die die aslybewerber mit nach europa schleppen könnten wir uns auch endlich mal sparen und dieses mitleidserhaschende moralapostel geleier los werden", schreibt ein Nutzer. In einem anderen Eintrag ist zu lesen, aus dem Libanon "fliehen gerade Millionen nach Deutschland, weil sie weniger Geld bezahlen als wir". Von Lügenpresse ist zwar gerade nicht die Rede, aber die Schuldigen der Flüchtlingskrise sind: die Medien. "Goebbels Nachfahren hocken in den Redaktionen", kommentiert ein Nutzer einen Beitrag von Jörg Lau über die Notstandsrhetorik der neuen rechtsextremen Szene. Ein anderer Facebook-Nutzer bemerkt: "Neuer Kampfbegriff in den Medien 'der besorgte Bürger' als Gleichsetzung für Rassist und Nazi".

Seit Monaten steht Facebook in der Kritik, weil Nutzer des Netzwerks ungebremst Hetze verbreiten können, vor allem gegen Ausländer. Grundsätzlich geändert hat sich an dem Problem bisher nichts; immerhin gehört Facebook - "mit freundlicher Unterstützung" - nun selbst zu den Geldgebern der Aktion "Hass hilft". Neben dem US-Unternehmen sponsert auch der Hamburger Fußballverein FC St. Pauli die Kampagne. Weitere Firmen wie der Abo-Sender Sky Deutschland stellen Sachmittel zur Verfügung, um den Spendentopf aufzufüllen. Aus diesem Topf wandert pro gemeldetem Hasskommentar ein Euro an die Flüchtlings-Hilfsorganisation "Aktion Deutschland hilft" sowie an die Aussteiger-Hilfe für Neonazis, EXIT Deutschland.

Wer möchte, kann den Topf zusätzlich mit einer Privatspende weiter auffüllen, der aktuelle Spendenstand wird auf www.hasshilft.de gezeigt. Auf der Website sind die gefundenen Hass-Kommentare in einer Art Liveticker zu sehen. Zudem gibt es eine Top-Ten-Liste mit den meistgemeldeten Hass-Kommentatoren. Die Namen dieser Facebook-Nutzer sind allerdings anonymisiert.

Hinter der inzwischen mehrfach preisgekrönten Aktion "Rechts gegen Rechts" steht das Berliner Zentrum für Demokratische Kultur.

(sdö/tgs)

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