Südamerika
Aktivistin Jani Silva: "Das Leben von Umweltschützern in Kolumbien ist wertlos"

Morde an Umweltschützern sind in Kolumbien laut der Aktivistin Jani Silva zur Normalität geworden.

    Porträt von Jani Silva.
    Jani Silva, Vorsitzende einer Kleinbauern-Kooperative im kolumbianischen Department Putumayo. (dpa / Global Witness / Erika Piñeros)
    Die Justiz gehe den Ermordungen zu wenig nach, sagte die 62-jährige Kolumbianerin dem Evangelischen Pressedienst. Selten würden die Mörder zur Rechenschaft gezogen, fast nie die Auftraggeber. Das Leben von Umweltschützern in dem südamerikanischen Land sei wertlos. Silva, die selbst mehrmals Morddrohungen erhalten hat, war diese Woche für ihren jahrzehntelangen Kampf mit dem "Hessischen Friedenspreis" ausgezeichnet worden. Laut der Organisation Global Witness sind vergangenes Jahr mindestens 48 Umweltschützer in Kolumbien ermordet worden, mehr als in allen anderen Ländern weltweit. Weltweit spricht Global Witness von mindestens 142 Opfern. Umweltschützer geraten oft ins Visier von Unternehmern sowie von Drogenkartellen oder anderen bewaffneten Gruppen. Hintergründe sind etwa wirtschaftliche Interessen oder Landnutzungskonflikte.
    Diese Nachricht wurde am 19.09.2025 im Programm Deutschlandfunk gesendet.