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Alex Jones
Twitter sperrt Verschwörungstheoretiker nun doch

Twitter hat das Konto des Verschwörungstheoretikers Alex Jones nun doch vorübergehend gesperrt. Weil er zu Gewalt angestachelt und damit gegen Unternehmensrichtlinien verstoßen habe, werde sein Account für eine Woche nicht erreichbar sein, teilte das Unternehmen mit.

15.08.2018
    Der amerikanische Verschwörungstheoretiker Alex Jones.
    Der amerikanische Verschwörungstheoretiker Alex Jones. (pa/dpa/AP/Kalifa)
    Noch in der vergangenen Woche hatte Twitter erklärt, nicht dem Beispiel von Facebook, Apple, YouTube und Spotify zu folgen, die von Jones veröffentlichtes Material von ihren Plattformen entfernt hatten. Twitter-Chef Dorsey sagte zur Begründung, Jones habe die Regeln nicht verletzt. Sollte er dies tun, werde man selbstverständlich gegen ihn vorgehen. Dem Betreiber der rechten Plattform "Infowars" werden Hassreden vorgeworfen.
    Dorseys Haltung war auf deutliche Kritik gestoßen. So warf der US-Journalist Walter Mossberg dem Twitter-Chef vor, nur am Wachstums seines Netzwerks interessiert zu sein. Dorsey lasse moralische Fragen außen vor - und biete Jones so weiterhin eine Bühne für seine krude Weltsicht.

    Seit seiner Verbannung von diversen sozialen Medien nutzte Jones den letzten ihm zur Vefügung stehenden Kanal für eine Gegen-Kampagne in der er von "Zensur" sowie einer politischen Säuberung im Internet sprach. Zuletzt meldete die Zeitung "New York Times", Jones habe einen Link zu einem Video getwittert, in dem er Anhänger aufrief, ihre Gewehre zum Einsatz gegen die Medien bereitzumachen.Aus seiner Sicht gehe es nicht darum, dass sein Kanal durch Hassrede auffalle oder gegen die Richtlinien der Plattformen verstoße. Im Fokus stehe die Meinungsfreiheit und welche Ansichten bevorzugt würden und welche nicht. Unter dem Hashtag #FreeInfowars hatte er versucht, seine Anhänger hinter sich zu versammeln, damit diese sich gegen die Demokratische Partei, Medien und Plattformen wehrten.
    Facebook hatte Jones´offiziellen Auftritt in dem sozialen Netzwerk sowie die Seite seines Blogs "Infowars" zu Beginn der vergangenen Woche entfernt. Jones verherrliche Gewalt. Außerdem nutze der Populist eine entmenschlichende Sprache, um Transgender, Muslime und Immigranten zu beschreiben. Dies verstoße gegen die Hassrede-Richtlinien von Facebook, teilte der Konzern mit. Auch der Alex-Jones-Channel auf YouTube mit mehr als 2,4 Millionen Abonnenten ist nicht mehr aufzurufen. YouTube sagte dazu: "Dieses Konto wurde gekündigt, da es gegen die YouTube-Community-Richtlinien verstoßen hat." Ähnlich argumentierten Apple und Spotify. Apple entfernte fünf "Infowars"-Podcasts von Jones aus iTunes.
    Für Ralf Nowotny vom Verein mimikama, der über Internetmissbrauch aufklärt, ist die Löschung von Jones Inhalten ein guter und richtiger Schritt. Die verschiedenen Plattformen könnten sich so von Jones und "Infowars" distanzieren, sagte Nowotny im Deutschlandfunk. Ähnlich sieht es auch Alexander Sängerlaub von der Stiftung Neue Verantwortung. Ebenfalls im Deutschlandfunk sagte er (Audio), die Löschung unterstütze den Kampf gegen Desinformation im Internet, der ohnehin sehr schwer zu führen sei.

    Alex Jones war immer wieder in die Schlagzeilen geraten, weil er unter anderem behauptete, dass die Anschläge auf das World Trade Center am 11. September 2001 von der US-Regierung mitinitiiert wurden. Außerdem sei der Amoklauf an der Sandy Hook Grundschule mit 26 Toten inszeniert gewesen.
    Im Wahlkampf 2016 unterstützte Jones den heutigen US-Präsidenten Donald Trump. Jones interviewte ihn bereits Ende Dezember 2015. Er sei ein "Einzelgänger", einer der "sagt, wie es ist", beschrieb ihn Jones damals. Trump wusste sich zu revanchieren: "Your reputation is amazing. I will not let you down", twitterte der spätere US-Präsident nach dem Interview: "Dein Ruf ist unglaublich, ich werde dich nicht hängen lassen."
    (tzi/wes)