Donnerstag, 18. April 2024

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Alle Sendungen im November
Grundton D, Spannungen und RuhrTriennale

Letzte vollendete Werke haben schon eine besondere Aura; doch Kompositionen, die durch den Tod ihres Schöpfers Fragment blieben, scheinen eine besonders mystische Anziehungskraft zu besitzen. Zu ihnen gehört auch Mozarts "Requiem", heute eines seiner populärsten Werke. Zusammen mit Georg Friedrich Haas eigens dafür entworfenen "Klangräumen" erklingt es am 22. November - im "Konzertdokument".

01.11.2015
    Der österreichische Komponist Wolfgang Amadeus Mozart nach einem zeitgenössischen Gemälde
    Schöpfer einer dramatischen Totenmesse: Wolfgang Amadeus Mozart (dpa / picture alliance / )
    1. November
    Rheingau Musik Festival 2015
    Johannes Brahms
    Konzert für Klavier und Orchester Nr. 1 d-Moll, op. 15
    Sinfonie Nr. 2 D-Dur, op. 73
    Rudolf Buchbinder, Klavier
    Die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen
    Leitung: Paavo Järvi
    Aufnahme vom 9. Juli 2015 aus dem Kurhaus Wiesbaden
    Wer Beethoven sagt, muss auch Brahms sagen, könnte man meinen. Paavo Järvi, der mit seiner Kammerphilharmonie Bremen die Beethoven-Sinfonien in einer aufsehenerregenden Weise interpretiert hat, und Rudolf Buchbinder, mit Beethovens Sonaten über viele Jahre vertraut, beide haben sich beim Rheingau Musik Festival 2015 dem Komponisten Johannes Brahms gewidmet. Beim Konzert im Friedrich-von-Thiersch-Saal des Wiesbadener Kurhauses wurde dessen zweite Symphonie, in hellem D-Dur zwar notiert, aber doch voller Melancholie, mit dem ersten Klavierkonzert d-Moll kombiniert.
    8. November
    Spannungen - Musik im Kraftwerk Heimbach 2015
    Wolfgang Amadeus Mozart
    Quartett für zwei Violinen, Viola und Violoncello Es-Dur, KV 428
    Luciano Berio
    Opus Number Zoo. Childrens’ play for wind quintet
    Franz Lachner
    1. und 4. Satz aus dem Nonett für Flöte, Oboe, Klarinette, Fagott, Horn, Violine, Viola, Violoncello und Kontrabass F-Dur, op. 121
    Olav Berg
    'Trio Hamlet' für Flöte, Fagott und Klavier (Uraufführung)
    Robert Schumann
    Quartett für Klavier, Violine, Viola, Viola und Violoncello Es-Dur, op. 47
    Christian Tetzlaff, Violine
    Florian Donderer, Violine
    Pauline Sachse, Viola
    Frans Helmerson, Violoncello
    Andrea Lieberknecht, Flöte
    Christian Wetzel, Oboe
    Jonathan Hadas, Klarinette
    Dag Jensen, Fagott
    Sibylle Mahni, Horn
    Sharon Kam, Klarinette
    Yura Lee, Viola
    Gustav Rivinius, Violoncello
    Charles Deramus, Kontrabass
    Mario Häring, Klavier
    Lars Vogt, Klavier
    Katherine Gowers, Violine
    Maximilian Hornung, Violoncello
    Aufnahme vom 10. Juni 2015 aus dem RWE-Wasserkraftwerk in Heimbach
    Virtuose Instrumentalisten als Geschichtenerzähler - das bietet das "Konzertdokument der Woche" mit Musik aus dem Kraftwerk Heimbach. Am 10. Juni 2015 stand beim Kammermusikfest "Spannungen" auch ein "Kinderspiel" auf dem Programm. So hat der Komponist Luciano Berio sein Bläserquintett "Opus Number Zoo" bezeichnet. Groteske, fantastische, hintersinnige und böse Tierfabeln sind in die Komposition verwoben und werden von den Spielern rezitiert. Sie stellen Fragen, die auch erwachsenen Zuhörern einiges zu denken geben. Mit dem "Trio Hamlet" des norwegischen Komponisten Olav Berg ist zudem eine Uraufführung in diesem Programm zu hören. Darüber hinaus zwei Klassiker aus dem kammermusikalischen Repertoire: eines der Streichquartette, die Wolfgang Amadeus Mozart Josef Haydn gewidmet hat, und Robert Schumanns Klavierquartett. Am Flügel Lars Vogt, der vor beinahe zwanzig Jahren das Festival in der Eifel gegründet hat und es bis heute leitet.
    15. November
    Grundton D 2015 - Konzert und Denkmalschutz (6)
    "O Radiant Dawn"
    Meisterwerke der Vokalmusik von William Byrd und James MacMillan
    Stile Antico
    Aufnahme vom 2. August 2015 aus der Benediktinerabtei St. Mauritius in Tholey / Saarland
    Stile Antico zählt zur absoluten Weltklasse unter den Vokalensembles. Der Name ist Programm, denn die im alten Stil komponierte Vokalmusik der englischen, flämischen und spanischen Komponisten der Renaissance und des Frühbarock bilden den Kern seiner Arbeit. Die 12 Sängerinnen und Sänger aus England scheuen jedoch keineswegs die Auseinandersetzung mit zeitgenössischen Werken, wie beim Konzert der Deutschlandfunk Benefizreihe "Grundton D" in Tholey eindrucksvoll zu erleben war. Unter dem Titel "O Radiant Dawn" kombinierte Stile Antico geistliche Werke von William Byrd und James MacMillan. Zwei britische Komponisten, die rein biografisch betrachtet vier Jahrhunderte voneinander trennen, deren Werke jedoch faszinierende Gemeinsamkeiten aufweisen.
    22. November
    RuhrTriennale 2015
    György Ligeti
    "Ramifications" für Streichorchester
    "Lux aeterna" für 16 Stimmen a cappella
    Johann Sebastian Bach
    "Komm, Jesu, komm", Motette für gemischten Chor a cappella, BWV 229
    Wolfgang Amadeus Mozart/Georg Friedrich Haas
    Requiem KV 626/"Sieben Klangräume" zu Mozarts unvollendetem "Requiem"
    Sibylla Rubens, Sopran
    Ingeborg Danz, Alt
    Dominik Wortig, Tenor
    Tareq Nazmi, Bass
    Günter Holzhausen, Violone
    Christoph Anselm Noll, Orgel
    ChorWerk Ruhr
    Bochumer Symphoniker
    Leitung: Florian Helgath
    Aufnahme vom 4. September 2015 in der Maschinenhalle der Zeche Zweckel, Gladbeck
    Ein geheimnisvoller Auftraggeber, eine düstere Totenmesse, die Fragment bleibt, und ein Komponist, der schon während der Arbeit daran mutmaßt, vergiftet worden zu sein: das Requiem d-Moll KV 626, das letzte Werk von Wolfgang Amadeus Mozart, bietet reichlich Anlass für Legenden und Mythen. Wahr ist, dass Graf Franz von Waldegg das Werk bei Mozart bestellte und die Hälfte des Honorars im Voraus bezahlte, als Auftraggeber jedoch anonym blieb. Nicht nur Joseph Eybler und Franz Xaver Süßmayr, sondern auch viele Musikwissenschaftler in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts versuchten das Requiem zu vollenden; Der Komponist Georg Friedrich Haas hat 2005 "Sieben Klangräume" dazu geschrieben. Beide Werke erklangen am 4. September 2015 im Rahmen der RuhrTriennale im einem Konzert von ChorWerk Ruhr.
    29. November
    Extra mit Deutschlandfunk in der Kölner Philharmonie
    Joseph Haydn
    aus: "Die Schöpfung". Oratorium, Hob. XXI:2
    Nr. 1a Einleitung "Die Vorstellung des Chaos"
    Konzert für Trompete und Orchester Es-Dur, Hob. VIIe:1
    Bent Sørensen
    Konzert für Trompete und Orchester
    Johannes Brahms
    Sinfonie Nr. 4 e-Moll, op. 98
    Tine Thing Helseth, Trompete
    NDR Radiophilharmonie
    Leitung: Andrew Manze
    Aufnahme vom 20. November 2015 aus der Philharmonie Köln
    Musizieren war in den vergangenen Jahrhunderten meist eine besonders konservative Disziplin mit fest verteilten Rollen. Frauen durften singen, Klavier oder Harfe spielen, aber keinesfalls eines der vermeintlich maskulinen Instrumente: nicht Kontrabass, nicht Schlagzeug und ganz sicher auch kein Blechblasinstrument. Und so wundert sich heute noch manch einer über Tine Thing Helseth. Gerade einmal 28 Jahre alt, spielt die Norwegerin tatsächlich Trompete - und wie! Helseth ist ein Star. Schon als Teenager nahm sie ihre erste CD auf, sie gründete ein eigenes (ausschließlich mit Frauen besetztes) Blechbläserensemble und tourt heute als Solistin auf der ganzen Welt. Für ihr Gastspiel in der Kölner Philharmonie hat Tine Thing Helseth neben dem beliebten Trompetenkonzert von Joseph Haydn ein neues Werk des Dänen Bent Sørensen einstudiert. Begleitet wurde sie von der NDR Radiophilharmonie. Unter der Leitung von Chefdirigent Andrew Manze spielte das Orchester außerdem die vierte Sinfonie von Johannes Brahms.