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StartseiteSport am WochenendeAlles längst bekannt07.03.2012

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Erkenntnisse einer Südamerikareise des Bundestag-Sportausschusses

Eine Südamerika-Reise von Sportausschuss-Mitgliedern hat im vergangenen Jahr Anlass zu Kritik geboten. Der Nutzen sei gleich null, die Kosten für den Steuerzahler hoch, so die Kritiker. Der Reisebericht, der jetzt vorliegt, entkräftet diesen Eindruck nicht.

Von Robert Kempe

Rio de Janeiro, Ort der Fußball WM 2014 und von Olympia 2016, war Ziel der Sportausschuss-Reise. (AP Archiv)
Rio de Janeiro, Ort der Fußball WM 2014 und von Olympia 2016, war Ziel der Sportausschuss-Reise. (AP Archiv)

Vier Abgeordnete, je einer von SPD, CDU, FDP und Linken hatten im November
2011 an der Sportausschussreise nach Brasilien und Chile teilgenommen. Der vertrauliche Reisebericht, der schon im Internet veröffentlicht ist, erweckt indes nicht den Eindruck, dass vor Ort viele neue Erkenntnisse gewonnen wurden. So verweist der Bericht hauptsächlich auf die zögerlichen und immer teurer werdenden Stadionbauten oder die dringend benötigte Modernisierung der Infrastruktur in Brasilien – Informationen, die der interessierten Öffentlichkeit in Deutschland durch Medienberichte bereits bekannt sind.

Kritiker kommen in dem Reisebericht kaum zu Wort. Dabei hätten sich die Abgeordneten nur mit ihren brasilianischen Kollegen treffen müssen, dies geschah aber nicht. Die sechstgrößte Wirtschaftsmacht der Welt wehrt sich seit Monaten gegen Bevormundung und Kritik des Weltfußballverbandes FIFA.

Doch Informationen darüber von brasilianischen Politikern sind in dem Bericht nicht zu finden. Die Frage stellt, wie substanziell die Informationen dieser Reise letztlich sind.

Kritik an dem Aufenthalt in Südamerika kann die Ausschussvorsitzende Dagmar Freitag allerdings nicht nachvollziehen. Die SPD-Politikerin betont, den Hintergrund des Trips.

"Ich habe vor allen Dingen noch einmal darauf hingewiesen, dass die Reise nach Chile auf ausdrücklichen Wunsch und Bitten des chilenischen Botschafters hier in Berlin zu Stande gekommen ist, der mit persönlich diese Bitte ausdrücklich überbracht hat im Vorfeld."

In der Tat ist es gängige diplomatischen Praxis, dass Botschafter Vorsitzende von Bundestagsausschüssen immer wieder treffen und dabei Einladungen in ihre Heimatländer aussprechen. Immer wieder allerdings kommt an Auslandsreisen mancher Bundestagsabgeordneter Kritik auf, keineswegs nur aus dem Sportausschuss.

Indes hat dieser Ausschuss weitere Reisen für 2012 geplant. Im Sommer soll es nach Danzig und zu den Olympischen Spielen nach London gehen.

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