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AlmlebenDas Kollektiv der Berge: Almbauern in der Schweiz

Aufstehen im Morgengrauen, Mist schaufeln, melken, heuen: Das alles gehört zum harten Arbeitsalltag auf einer Alm. Damit ist es aber nicht getan.

Von Alexander Grass | 20.09.2014

Wolken ziehen über eine Alm.
Jeden Sommer zieht es 17.000 Almhirten und Almhirtinnen in die Schweizer Berge. (picture alliance / Julian Stratenschulte)
Wenn die Melkmaschine streikt, wenn sich Kälber verlaufen oder Kühe krank werden, wenn die Tiere bei einem plötzlichen Kälteeinbruch in den Stall geholt werden müssen – dann sind schnell die Grenzen der physischen Leistungsfähigkeit erreicht. Der romantisierende, verklärende Blick auf das idyllische Leben in den Bergen trügt: In der Realität ist das Almleben oftmals sehr hart.

Trotzdem zieht es in jedem Sommer aufs Neue 17.000 Almhirten und Almhirtinnen mit 400.000 Kühen und 200.000 Schafen in die Schweizer Berge. Weil sich immer weniger Personal um immer mehr Tiere kümmern muss, helfen Freiwillige aus. Und dort, wo Almwirtschaftsbetriebe aufgegeben wurden, entstehen neue Initiativen, die zum Beispiel alte Hütten sanieren, die vom Verfall bedroht sind.

Wie es sich für das basisdemokratisches Vorzeigeland gehört, befinden sich bis heute die meisten Schweizer Almwirtschaften in kollektivem Eigentum. Hier wird seit Jahrhunderten gemeinsam angepackt und entschieden. Viele Almbauern sind überzeugt: Die Wiege der Demokratie steht in den Bergen.