Digitalkonferenz Republica
Altkanzlerin Merkel: "Parteien sollen sich nicht über die AfD definieren"

Angesichts hoher Umfragewerte der AfD hat Altkanzlerin Merkel die demokratischen Parteien dazu aufgerufen, sich auf die eigenen Stärken zu besinnen. Bei der Digitalkonferenz Republica sagte Merkel, es sei wichtig, sich nicht immer indirekt über die AfD zu definieren. Stattdessen gehe es darum, zu sagen, was der Plan für dieses Land sei.

    Merkel sitzt auf einem Podium und hält ein Mikrofon in der Hand. Mit der anderen Hand gestikuliert sie.
    Altkanzlerin Merkel auf der Republica in Berlin (picture alliance / Geisler-Fotopress / Agentur Wehnert / M. Gränzdörfer)
    Mit Blick auf Umfragen zur bevorstehenden Landtagswahl in Sachsen-Anhalt betonte Merkel, man müsse aufpassen, Ergebnisse nicht vorwegzunehmen, die noch nicht eingetreten seien. Wer wie sie nicht wolle, dass die AfD stark werde, müsse etwas dagegen tun.
    Außerdem kritisierte Merkel die AfD. Es gehe nicht, dass sie versuche zu definieren, wer zum Volk gehöre und wer nicht. Jede deutsche Staatsbürgerin und jeder deutsche Staatsbürger habe die gleichen Rechte und Pflichten und gehöre zum deutschen Volk.

    Republica-Mitgründer kritisiert Machtkonzentration im Internet

    Bei der Eröffnung der Konferenz warnte einer ihrer Mitgründer, Gebhard, davor, die Kontrolle über das weltweite Netz wenigen Tech-Milliardären zu überlassen. Beim Start der ersten Republica vor neun Jahren habe man gehofft, dass das Internet eine Art Demokratiemaschine sei. Inzwischen hätten aber einige wenige die Macht darüber.
    Ein anderes großes Thema bei der Eröffnung war der verantwortungsvolle Umgang mit KI. Europa - so forderte es eine Rednerin - solle einen besseren Weg einschlagen als die USA und für größtmögliche Transparenz sorgen.
    Die Digitalkonferenz findet von heute an bis Mittwoch in Berlin statt. Es sind rund 670 Veranstaltungen geplant - mit mehr als 1.200 Fachleuten aus Wissenschaft, Medien, Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft.
    Diese Nachricht wurde am 19.05.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.