Donnerstag, 15.11.2018
 
Seit 13:35 Uhr Wirtschaft am Mittag
StartseiteHintergrundAm Kap untertauchen10.01.2006

Am Kap untertauchen

Die Vorteile Südafrikas aus der Sicht islamischer Terroristen"

Die meisten der etwa eine Million Muslime in Südafrika stammen ursprünglich aus Südostasien und Indien. Sie leben seit Generationen hier, meist in den ehemaligen farbigen Townships, und sehen sich als Südafrikaner und als Demokraten, als Teil der Regenbogennation. All das erschwert eine breite Radikalisierung der muslimischen Gemeinde in Südafrika. Doch es macht das Land nicht weniger attraktiv für Terroristen, die es als sicheren Unterschlupf zu schätzen wissen.

Von Corinna Arndt

Muslim protestieren gegen einen Besuch des englischen Premier Tony Blair in Kapstadt 1996.  (AP Archiv)
Muslim protestieren gegen einen Besuch des englischen Premier Tony Blair in Kapstadt 1996. (AP Archiv)
  • E-Mail
  • Teilen
  • Tweet
  • Drucken
  • Podcast

Lang lebe Hamas, Hisbollah und der Islamische Dschihad, ruft der Mann mit der dunklen Sonnenbrille und dem langen weißen Gewand von der Tribüne. Lang lebe Afrika, lang lebe der Aufstand im Irak, lang lebe die Intifada! Dicht neben den Lautsprechern stehen vermummte junge Männer in Gruppen beisammen und hören dem Redner gebannt zu.

Es ist ein warmer Tag in Kapstadt. Hinter der Tribüne treibt der Wind eine Wolkenwand über den Tafelberg. Rechts leuchtet die rot-weiße Fassade des Parlaments in der Sonne.

Es sind mehrere hundert Muslime hier versammelt. Männer und Frauen aller Altersgruppen haben sich ein paar Stunden von der Arbeit frei genommen, um gegen die Besetzung Palästinas durch Israel zu protestieren. Für viele ist es nicht das erste Mal, dass sie an einer solchen Demonstration teilnehmen.

" Wir unterstützen diese Demonstration. Muslime werden auf der ganzen Welt unterdrückt. Aber besonders im besetzten Palästina, wo die Zionisten unsere Brüder und Schwestern, unsere Väter und Kinder umbringen."

Kaum jemand in der Menge hat Verwandte im Nahen Osten. Aber sie alle sehen sich als Teil der Umma, der weltweiten Gemeinschaft der Gläubigen, in der alle Muslime als Brüder und Schwestern im Islam verbunden sind. Sie sind sich einig in dem Gefühl, als Muslime Opfer zu sein; Opfer eines imperialistischen Feldzugs der USA. Ein Gefühl, dass sich seit dem 11. September, seit dem Angriff auf Afghanistan und schließlich mit der Besetzung Iraks, stetig verstärkt hat. Na'eem Jeenah, Präsident der Muslimischen Jugendbewegung Südafrikas, erinnert sich:

" Wenn du im Juni 2001 in eine Moschee gegangen bist und die Leute nach den Taliban gefragt hast, haben sich alle über sie beschwert. Ab Oktober 2001, haben die selben Leute die Taliban in Schutz genommen. Sie zu kritisieren, wäre das selbe gewesen, wie den Bruder zu treten, der im Schmutz liegt und von den Amerikanern angegriffen wird."

In Südafrika reichen die Sympathien für die Gegner der Amerikaner nicht selten bis zu El Kaida und Osama bin Laden. Abubakr Brown, Familienvater und engagiert in der Jugendarbeit im Kapstädter Stadtteil Mitchells Plain, ist sich sicher: Bin Laden war nicht in die Terroranschläge von New York oder London verwickelt. Schließlich verbiete der Koran das Töten unschuldiger Menschen, so Brown.

" Nein, Osama bin Laden würde so etwas nie tun. Glauben Sie mir, das ist ein sehr ehrbarer Mann! Er kämpft für seine Rechte, ja. Aber er würde nie zu jemandem sagen: "Geh und bring jemanden um!" Niemals. Das ist einer der gelehrtesten Menschen in der islamischen Welt!"

Abubakr Browns Hass gilt der amerikanischen Regierung - und seine Sympathie denen, die sich gegen Washington stellen. Ein Muslim, sagt er, sei schließlich kein Feigling:

" Wenn mir jemand auf offener Straße ins Gesicht schlägt, dann darf ich zurückschlagen. Ich muss erst mit ihm reden, aber wenn er nicht hören will, dann darf ich zurückschlagen. Im Krieg gegen den Terror ging es nicht um Terror, das wissen wir doch alle. Amerika ist in den Krieg gezogen nicht gegen Osama bin Laden, nicht gegen El Kaida, sondern für Öl! Macht und Öl. Geld!"

In der Vergangenheit haben südafrikanische Muslime unter anderem in Afghanistan und in Bosnien gekämpft, sich in Pakistan ausbilden lassen und in Kaschmir und anderen Krisengebieten massiv humanitäre Hilfe geleistet. Besteht ein Risiko, dass darüber hinaus südafrikanische Jugendliche von Terrornetzwerken rekrutiert werden, um international Anschläge zu begehen? Na'eem Jeenah hält es für möglich:

" Die Jugend fühlt sich so hilflos, dass es möglich ist, sie zu rekrutieren. Und das gilt in Südafrika nicht nur für muslimische Jugendliche. Nach dem 11. September haben nicht-muslimische schwarze Jugendliche in den Townships Osama-bin-Laden-T-Shirts getragen. Für die ist bin Laden ein anti-imperialistischer Kämpfer, ein Symbol gegen den amerikanischen Imperialismus. Können solche Jugendliche im Sinne von El Kaida radikalisiert werden? Ich denke ja, wenn man sich die globale Lage anschaut."

Die meisten der etwa eine Million Muslime am Kap stammen ursprünglich aus Südostasien und Indien. Sie leben seit Generationen hier, meist in den ehemaligen farbigen Townships um Kapstadt, in Johannesburg und Durban. Sie sehen sich als Südafrikaner und als Demokraten, kurz: als Teil der Regenbogennation. Die Verfassung garantiert ihnen Religionsfreiheit. Kopftuchdebatten sind unbekannt, auf der Straße trifft man Muslima in Burkas ebenso wie solche ohne Kopftuch, und verglichen mit weiten Teilen der überwiegend christlichen schwarzen Bevölkerung ist die muslimische Gemeinde relativ wohlhabend.

All das erschwert eine breite Radikalisierung der muslimischen Gemeinde in Südafrika. Doch es macht das Land nicht weniger attraktiv für Terroristen, die seine Vorteile zu schätzen wissen. Längst sind südafrikanische Pässe bei Terroristen beliebt, unter anderem, weil sie erlauben, in viele afrikanische Staaten und nach Großbritannien ohne Visum einzureisen. Doch nicht nur das, sagt Na'eem Jeenah.

" Wenn ein El-Kaida-Mann im südlichen Afrika Anhänger rekrutieren will, dann ist Südafrika ein gutes Basislager. Wir haben eine große Zahl von Immigranten und Flüchtlingen. Angenommen, du bist ein rangniedriges El-Kaida-Mitglied und du willst vorübergehend von der Bildfläche verschwinden, dann wäre Südafrika sicher eine gute Wahl. Du würdest hier herkommen, ohne große Probleme untertauchen und einfach stillhalten. Du könntest jahrelang unentdeckt in Johannesburg leben."

Seit Jahren weisen Sicherheitsexperten darauf hin, dass internationale Terroristen Südafrika als sicheren Hafen ansteuern, um nach ein paar Jahren wieder zu verschwinden. Einige solcher Fälle haben in den vergangenen Jahren für Schlagzeilen gesorgt:

Der Tansanier Khalfan Mohamed war an den Attentaten auf die amerikanischen Botschaften in Dar es Salaam und Nairobi im Jahr 1998 beteilig. Er hat sich lange in Südafrika versteckt gehalten, wurde 2000 festgenommen und später in den USA verurteilt. Zwei Jordanier, enge Vertraute des Top-Terroristen Abu Musab al-Zarqawi, haben in Südafrika gelebt und sind 2004 ausgewiesen worden. Und vor wenigen Monaten ist bekannt geworden, dass sich Harun Rashid Aswat, ein mutmaßlicher Bodyguard bin Ladens mit engen Verbindungen zu den Londoner Attentätern, lange Zeit in Südafrika aufgehalten hat. In allen Fällen gehen Experten davon aus, dass die Untergetauchten systematische Unterstützung von einheimischen Muslimen erhalten haben.

Im Gegensatz zu oft genannten Terroristen-Verstecken wie Somalia, Afghanistan und Nordafrika hat Südafrika einiges zu bieten: Eine exzellente Infrastruktur, westliche Kommunikations-Möglichkeiten, einen modernen, aber nur unzureichend kontrollierten Bankensektor und eine freie und stabile Gesellschaft. Gleichzeitig schlägt sich Südafrika noch mit einer Reihe Dritter-Welt-Probleme herum: Die Grenzen sind weitgehend ungesichert, die junge ANC-Regierung noch verhältnismäßig unerfahren. Und neben den sozialen und wirtschaftlichen Problemen scheint die Terrorgefahr vernachlässigbar. Aus der Sicht eines Terroristen vereint Südafrika das Beste aus Erster und Dritter Welt, sagt Annette Hübschle vom Institut für Sicherheitsstudien:

" Südafrika liegt wahrscheinlich ziemlich genau in der Mitte. Wir haben alle modernen Annehmlichkeiten; gleichzeitig ist es ziemlich einfach, unentdeckt ins Land zu gelangen. Ich denke, Südafrika ist ein guter Zufluchtsort für Terroristen - es ist ziemlich einfach, von hier aus Operationen zu planen und zu starten."

Um das zu verhindern, gibt es zwar verschiedene Gesetze, in der Praxis jedoch braucht man fähige Kriminalisten, eine gut funktionierende Einwanderungsbehörde, einen vorausschauenden Geheimdienst - und nicht zuletzt politischen Willen. Beobachter bezweifeln, dass Südafrika im Moment überhaupt eine Anti-Terrorismus-Strategie hat. James Selfe, Sicherheitsexperte der Oppositionspartei Demokratische Allianz, beschreibt eines der Hauptprobleme:

" Bei so durchlässigen Grenzen wie den unseren ist es ein leichtes für geschulte Terroristen, sich in den Strom der Flüchtlinge nach Südafrika einzureihen und dann von hier aus tätig zu werden. Und das alles, ohne dass die Geheimdienste davon Wind bekommen. Das macht mir Sorgen."

Zudem muss sich der südafrikanische Inlandsgeheimdienst seit Monaten vorwerfen lassen, in sich gespalten und hochgradig politisiert zu sein.

Wirklich überprüfen kann all diese Vorwürfe niemand. Die Regierung lässt sich nicht in die Karten schauen und geht Fragen zum Thema, wenn irgend möglich, aus dem Weg. Sowohl der Geheimdienstminister als auch der südafrikanische Polizeichef haben vereinzelt auf eine wahrscheinliche Bedrohung oder Infiltrierung des Landes durch internationale Terrornetzwerke wie El Kaida hingewiesen. Interviews jedoch lehnen sie ab.

Wissenschaftler wie Anneli Botha, Terrorismus-Expertin am Institut für Sicherheitsstudien, fordern mehr Transparenz:

" Besonders seit dem 11. September tun die Sicherheitskräfte so, als ob das Thema Terrorismus nur sie etwas anginge. Niemand außer ihnen soll sich damit beschäftigen dürfen. Wie wäre es damit, den Menschen zu sagen, wie ernst die terroristische Bedrohung zu nehmen ist? Und die Geheimdienstler selbst sind mehr damit beschäftigt, E-Mails abzufangen und Telefone anzuzapfen als damit, was vor Ort in den Gemeinden passiert. Aber dafür braucht man Informanten in den entsprechenden Zirkeln, da muss man Beziehungen aufbauen. Und genau das passiert zu wenig."

James Selfe bezweifelt nicht, dass die Geheimdienste das Problem ernst nehmen. Doch sie seien mehr mit Krisenmanagement beschäftigt als mit Informationsbeschaffung:

" Sie ignorieren El Kaida nicht. Sobald es ausreichende Hinweise gibt, handeln sie umgehend und sehr effektiv. Aber sie denken nicht voraus, indem sie möglicherweise gefährliche Organisationen identifizieren, sie sehen keine Trends oder mögliche Konsequenzen der geopolitischen Lage. Sie reagieren, wenn etwas passiert ist - oder wenn sie Informationen von anderen Geheimdiensten bekommen."

Ähnliches gilt in Bezug auf einheimische militante Gruppen. 1995 gründeten Muslime in den Vororten von Kapstadt die Organisation PAGAD. PAGAD steht für 'Menschen gegen Gangster und Drogen' und war die Antwort einer von kriminellen Banden terrorisierten Gemeinde auf ungebremste Gewalt und einen ausufernden Drogenhandel. Innerhalb weniger Wochen mobilisierte PAGAD zehntausende Menschen. Die Methoden der Gruppe stammten allerdings direkt aus dem Handbuch der Lynchjustiz: PAGAD-Mitglieder töteten einen Gangsterboss nach dem anderen. Und schon bald wandte sich die Gruppe gegen den Staat selbst und versetzte Kapstädter wie Touristen über Jahre hinweg durch Bombenattentate in Angst und Schrecken. James Selfe:

" In der Vergangenheit wurden islamistische Gruppen wie PAGAD erst dann mit der vollen Härte des Gesetzes verfolgt, als sie zu einer wirklichen Bedrohung wurden für Südafrika und für unseren Tourismussektor. Dann sind mehrere PAGAD-Mitglieder verurteilt und die Gruppe praktisch neutralisiert worden."

Vor wenigen Monaten haben PAGAD-Führer angekündigt, die Organisation wieder zum Leben zu erwecken. Bislang blieb es ruhig - aber wie lange noch?

Als PAGAD das letzte Mal anfing, Anschläge auf Polizeiwachen, Bars und Touristenziele zu verüben, wurde diese Radikalisierung dem zunehmenden Einfluss einer weiteren Gruppe zugeschrieben: Qibla. Qibla wurde - ebenso wie PAGAD - damals vom US State Department als terroristische Organisation eingestuft. Gegründet als revolutionäre Bewegung im Kampf gegen das Apartheid-Regime orientiert sich Qibla am Vorbild der iranischen Revolution. Die Organisation sieht sich in Opposition auch zum neuen, demokratischen Südafrika und strebt eine politische Ordnung auf Grundlage des Koran an. Qibla ist die Kreation von Achmat Cassiem, einem Mann, dessen Name immer dann fällt, wenn es um militanten Islamismus in Südafrika geht. Es ist der selbe Achmat Cassiem, der regelmäßig zu Solidaritätskundgebungen für Palästina aufruft.

Anders als auf der Tribüne vorm Parlament erscheint Cassiem zum Interview in einem gut geschnittenen Anzug. Er hat nichts gemein mit den Klischeevorstellungen vom bärtigen Islamisten mit Turban und weitem Gewand. Wir treffen uns in einem Studio des lokalen muslimischen Radios 786 - gemeinhin bekannt als die 'Stimme Qiblas'.

Die Mitarbeiter des Senders sprechen von Cassiem nur als dem "Imam". Achmat Cassiem ist eloquent und zuvorkommend. Er erklärt und scherzt und philosophiert. Er paart sozialistisches Denken mit islamischen Prinzipien. Und erwartet, dass man ihm genau zuhört. Sein erster Punkt: Südafrika sei keine Demokratie.

" Wir sehen Zeichen einer Kakistokratie, einer Herrschaft der Schlechtesten , Zeichen einer Kleptokratie, in der die Korruption in der Regierung blüht - in keiner Weise ist das eine Demokratie. Wer kann von Demokratie sprechen, wenn immer noch 14 Prozent der Bevölkerung 80 Prozent des Grund und Bodens gehören? Die Menschen wollten ihr Land zurück, dafür haben sie gekämpft! Nicht für Casinos und Abtreibungen nach Bedarf. Und dem spendet die Welt auch noch Applaus! Gleichzeitig verhungern hier Menschen, die Arbeitslosenquote liegt bei 41 Prozent . Das ganze gekoppelt mit unserer hohen Kriminalitätsrate und Analphabetismus - es ist absolut chaotisch."

Ohne offen zu Gewalt aufzurufen, argumentiert Cassiem, sei so genannte 'revolutionäre Gewalt' eine legitime Antwort auf soziale Ungerechtigkeit und ausufernde Kriminalität. Er nennt das 'strukturelle und kriminelle Gewalt' - Gewalt, die der südafrikanische Staat nicht ausreichend bekämpfe.

Auf die Frage, ob die südafrikanische Demokratie mit all ihren sozialen Problemen reformiert werden könne oder ob es einer Revolution bedürfe, antwortet er:

" Interessante Frage. Wenn eine Regierung an der Macht ist und eine schwarze Bourgeoisie geschaffen hat, die noch habgieriger ist als früher die weiße, dann schafft sie die Bedingungen für eine Revolution."

Und fiele einer revolutionären Organisation wie Qibla dann eine Führungsrolle zu?

" Ich sehe keinen Grund, weshalb nicht."

Achmat Cassiem geht mit seinen Ideen nicht hausieren. Außerhalb der muslimischen Gemeinde sind er und Qibla in den vergangenen Jahren in Vergessenheit geraten. Wer nicht öffentlich von sich reden macht, so die weit verbreitete Annahme, hat auch nichts zu sagen.

Muslime, die Cassiems Ansichten nicht teilen, vermeiden es, ihn und andere öffentlich zu kritisieren. Zu schnell vergebe der Westen in diesen Zeiten Etiketten für "gute" und "schlechte" Muslime; zu schnell gerate der gesamte Islam in Verruf. Vergessen sind die Bombenanschläge auf muslimische Geistliche, die sich während der letzten PAGAD-Kampagne gegen Selbstjustiz und Gewalt ausgesprochen haben. Damals musste sich der Muslimische Gerichtsrat um die Sicherheit seiner Würdenträger sorgen. Heute lehnt sich der stellvertretende Präsident, Mullah Ighshaan Hendricks, gelassen in seinem Sessel zurück. Auf die Frage, ob es islamischen Extremismus in Südafrika gebe, sagt er grinsend: nicht die Spur. Und wie wahrscheinlich ist es, dass es Verbindungen zu El Kaida gibt?

" Davon weiß ich nichts. Und dabei sollten wir es belassen. Das ist ein heikles Thema. Es ist Aufgabe der Regierung, das herauszufinden. Wir jedenfalls würden ungern unsere Position als Muslime in diesem Land aufs Spiel setzen."

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie den Deutschlandfunk