Sudan
Amnesty International sieht weitere Hinweise auf Kriegsverbrechen in Al Faschir - RSF-Miliz ruft einseitige Waffenruhe aus

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International wirft der RSF-Miliz im Sudan massenhafte Hinrichtungen und Vergewaltigungen vor. Die Organisation trug nach eigenen Angaben Berichte von Überlebenden zusammen, die aus der von der RSF-Miliz eroberten Stadt Al-Faschir geflohen waren.

    Sechs RSF-Kämpfer stehen neben einem Auto in der sudanesischen Stadt Al Faschir. Die Männer tragen Waffen.
    RSF-Kämpfer in der sudanesischen Stadt Al Faschir (AFP / Rapid Support Forces (RSF))
    Den Aussagen zufolge wurden ganze Gruppen unbewaffneter Männer erschossen und Frauen vergewaltigt. Amnesty International bezeichnete die mutmaßlichen Taten als "Kriegsverbrechen". Es könne sich auch um andere Verbrechen nach internationalem Recht handeln. Die Menschenrechtsorganisation rief die Weltgemeinschaft zum Handeln auf.

    Bundesregierung mahnt Situation von Frauen an

    Kritik an der Lage im Land kommt auch von der deutschen Bundesregierung. Im Sudan hätten "Krieg und katastrophale Versorgung die Situation vor allem für Frauen und Mädchen dramatisch verschärft", sagte Entwicklungsministerin Alabali Radovan, SPD, anlässlich des Internationalen Tags gegen Gewalt gegen Frauen. Fast die Hälfte aller Sudanesinnen seien von Gewalt bedroht. Die Bundesregierung schaffe mit der Entwicklungszusammenarbeit sichere Zufluchtsorte für Frauen und biete medizinische und psychologische Hilfe.
    Es gibt bereits zahlreiche Hinweise auf Kriegsverbrechen der RSF-Miliz in Al-Faschir. Eine UNO-Mission soll die Taten untersuchen.

    RSF-Miliz kündigt Waffenruhe an - Armee war bislang dagegen

    Die RSF-Miliz hatte eine dreimonatige Waffenruhe im Bürgerkrieg angekündigt. Die Ankündigung bleibt bislang einseitig. Sudans Armeechef hatte eine befristete Feuerpause kürzlich noch abgelehnt.
    In dem Konflikt versuchen die USA, Saudi-Arabien, Ägypten und die Vereinigten Arabischen Emirate zu vermitteln. Sie hatten eine dreimonatige Waffenruhe mit anschließenden Friedensverhandlungen vorgeschlagen. Dem hatte die RSF-Miliz auch zugestimmt - kurz danach aber Stellungen der sudanesischen Armee angegriffen. Sudans Armeechef ist mit den Vereinigten Arabischen Emiraten als Vermittler nicht einverstanden, weil er sie als Waffenlieferanten für die Miliz betrachtet. Die Emirate weisen das zurück.
    Diese Nachricht wurde am 25.11.2025 im Programm Deutschlandfunk gesendet.