
Pro Asyl teilte mit, derzeit säßen Menschen in Abschiebehaft, die keine Straftaten begangen hätten und vor den islamistischen Taliban geflüchtet seien. Betroffenen drohten in ihrer ehemaligen Heimat schwere Menschenrechtsverletzungen. Ähnlich äußerte sich Amnesty International.
Nach einer bundesweiten Neuregelung dürfen nicht mehr nur Straftäter und Gefährder zurückgeführt werden, sondern auch andere Ausreisepflichtige. Frauen werden aber weiterhin nicht abgeschoben, da diese auch nach EU-Vorgaben als verfolgte Gruppe in Afghanistan gelten. Der hessische Innenminister Poseck hatte die neue Praxis am Mittwoch bestätigt, allerdings betont, dass der Fokus weiterhin auf Straftätern liege. Ähnlich äußerten sich Thüringens Justizministerin Meißner und Brandenburgs Sozialminister Wilke.
Seit der Wiederaufnahme von Abschiebungen nach Afghanistan vor zwei Jahren hat Deutschland knapp 200 Menschen zurückgeführt.
Diese Nachricht wurde am 23.07.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
