Fußball-WM
Amnesty International warnt vor Repressionen - "Turnier könnte zum Symbol staatlicher Einschüchterung werden"

Vor dem Start der Fußball-Weltmeisterschaft warnt Amnesty International vor Einschränkungen. Fans, Spieler und Medienschaffende seien den Gefahren von "staatlichen Repressionen" ausgesetzt, heißt es in einem Bericht der Menschenrechtsorganisation. Besonders kritisch sieht Amnesty die USA.

    Julia Duchrow, Generalsekretärin von Amnesty International Deutschland, stellt auf einer Pressekonferenz den Jahresbericht von Amnesty International vor.
    Julia Duchrow, Generalsekretärin von Amnesty International Deutschland (Archivbild) (picture alliance/dpa/Hannes P Albert)
    In den Vereinigten Staaten befinde man sich in einem "regelrechten Menschenrechtsnotstand". Insbesondere die Verhaftungen und Abschiebungen der US-Einwanderungsbehörde ICE werden kritisiert. "Setzen sich die Razzien der ICE, die massenhaften Festnahmen und die Einreiseverbote fort, wird dieses Turnier zum Symbol staatlicher Einschüchterung", sagte die Generalsekretärin von Amnesty Deutschland, Duchrow.
    Auch in Mexiko seien die Risiken gestiegen. Infolge der Gewaltausbrüche um die Tötung des Drogenkartell-Bosses Cervantes hatte die Regierung angekündigt, zum Schutz der 13 WM-Spiele in Mexiko-Stadt, Guadalajara und Monterrey insgesamt 100.000 Polizisten, Soldaten und Angehörige privater Sicherheitsdienst einzusetzen. Das erhöhe Risiken für Demonstrierende. In Kanada äußerte Amnesty Befürchtungen vor der Vertreibung von Obdachlosen. Der Weltverband FIFA geht trotz der Bedenken von friedlichen und reibungslosen Spielen aus. 
    Die Fußball-WM beginnt am 11. Juni im Aztekenstadion in Mexiko-Stadt. Es nehmen Teams aus 48 Nationen teil. Drei Viertel der ursprünglich geplanten 104 Begegnungen finden in den USA statt. Aus dem Teilnehmerland Iran gibt es Ankündigungen, die WM wegen des Iran-Kriegs zu boykottieren.
    Diese Nachricht wurde am 30.03.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.