Archiv

Medienrecherche
An mehr als 1.500 Orten in Deutschland lassen sich die Chemikalien PFAS nachweisen

An mehr als 1.500 Orten in Deutschland lassen sich PFAS-Chemikalien nachweisen. Das hat eine Recherche von NDR, WDR und SZ ergeben. Bei den PFAS handelt es sich um künstlich hergestellte chemische Stoffe, die in Verdacht stehen, Krebs zu verursachen, unfruchtbar zu machen und das Immunsystem zu schwächen.

23.02.2023
    Für den täglichen Gebrauch:Tiegel für Creme.
    Viele Kosmetika enthalten künstlich hergestellte chemische Verbindungen. (imago)
    Wenn sie in den Boden oder ins Wasser gelangen, bleiben sie dort. Sie werden deshalb auch ewige Chemikalien genannt. PFAS werden fast überall eingesetzt, etwa bei Pfannenbeschichtungen, Outdoorkleidung oder in der Kosmetik.

    Versuche, strengere Regeln abzublocken?

    Die Bundesregierung hatte erst kürzlich gemeinsam mit Dänemark, den Niederlanden, Norwegen und Schweden eine Initiative in der EU gestartet, rund 10.000 dieser PFAS-Chemikalien verbieten zu lassen. Dagegen lobbyieren zur Zeit 100 Organisationen, wie die Recherchen von NDR, WDR und "Süddeutscher Zeitung" anhand von mehr als 1.200 vertraulichen Dokumenten zeigen. Darunter befänden sich 43 Industrieverbände und 30 Unternehmen inklusive der deutschen Chemiekonzerne BASF und Bayer.
    Die Verbände wollen den Medien zufolge verhindern, dass die gesamte Stoffgruppe verboten wird. Stattdessen sollen die Substanzen einzeln bewertet werden. Gelingt dies nicht, wollen sie möglichst breite Ausnahmen durchsetzen.
    Hintergründe zu den PFAS-Stoffen und zu ihrer Verbreitung in Deutschland finden Sie hier.
    Diese Nachricht wurde am 23.02.2023 im Programm Deutschlandfunk gesendet.