
"Das ist eindeutig ein Social-Media-Phänomen, was wir da sehen",
sagte Nordafrika-Korrespondent Stefan Ehlert im Deutschlandfunk
. Das jüngste Urteil des Obersten spanischen Gerichtshofs, wonach auf dem Seeweg aufgegriffene Migranten nicht mehr unmittelbar nach Marokko zurückgewiesen werden dürfen, sei vielfach verbreitet worden.
Auch der in Marokko lebende Journalist und Autor Alfred Hackensberger sagte dem Sender Welt mit Blick auf die vielen Migranten, sie hätten sich in den Sozialen Medien abgesprochen. Nach dem Urteil hätten sich Menschen zu Tausenden verabredet und die Grenze zu Ceuta gestürmt. Dabei seien sie "durchs Wasser gegangen, um dann berechtigterweise Asyl zu beantragen".
Gerüchte über generelle Grenzöffnung
Berichten zufolge kursierten im Netz auch zahlreiche Falschinformationen, die Menschen dazu gebracht haben könnten, sich auf den Weg in die spanische Exklave zu machen. Unter anderem wurde offenbar die Nachricht verbreitet, es gebe eine generelle Grenzöffnung.
Wer Ceuta und seine Strände Benzú und Tarajal erreichen will, muss vom marokkanischen Staatsgebiet aus unter Umgehung der Absperr-Einrichtungen im Meer fast vier Stunden schwimmen. Die Exklave ist mit Meeres-Grenzzäunen und anderen Maßnahmen gesichert.
Doch nicht alle, die das Wagnis eingehen, schaffen das. Viele können kaum schwimmen und benutzen Schwimmreifen, um sich über Wasser zu halten. Nach bisherigen Angaben ertranken mindestens 18 Migranten beim Versuch, Ceuta zu erreichen.
Diese Nachricht wurde am 31.07.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
