
In der Begründung der Jury heißt es, die 1975 geborene Schultz erhalte den Preis für ihren Roman "Mauerpogo", der von rebellischen Jugendlichen in der DDR handelt. In ihrer Prosa verbinde sich Haltung mit einer sehr körperlichen, poetischen Schreibweise.
Die 1987 in Chile geborene Catrileo wiederum konzentriere sich in ihren Erzählungen, Romanen und Essays auf Formen von rassistischer und sexueller Gewalt. Dazu nutze sie Ausdrucksformen der Mapuche-Kultur, eines indigenen Volkes in Südamerika. Damit erinnere sie an die Existenz von bedrohten Sprachen.
Mit dem Preis ehrt die Anna-Seghers-Stiftung nach eigenen Angaben junge Autorinnen und Autoren aus dem deutschen Sprachraum und aus Lateinamerika, die im Sinne der namensgebenden Schriftstellerin eine Brücke schlagen zwischen den literarischen Welten des deutschen Sprachraums und Lateinamerikas.
Seghers hatte in ihrem Testament verfügt, dass die Tantiemen ihrer Werke zur Unterstützung junger Künstlerinnen und Künstler aus der DDR und aus lateinamerikanischen Ländern dienen sollten.
Diese Nachricht wurde am 06.06.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
