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StartseiteSport AktuellKein Konsens zwischen DOSB und ESBD20.02.2019

Annerkennung von E-SportKein Konsens zwischen DOSB und ESBD

Ist E-Sport eine Sportart? Der Deutsche Olympische Sportbund und der E-Sportbund Deutschland sind da unterschiedlicher Meinung. Der DOSB will gar eine weitere Unterteilung vornehmen: in virtuelle Sportarten und in E-Gaming. Die Wissenschaft hat dagegen eine eindeutige Meinung.

Von Jonas Reese

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Messe-Besucher spielen das Spiel FIFA19 am Bildschirm (picture alliance / SvenSimon)
Sport oder Spiel? E-Sport zwischen den Fronten (picture alliance / SvenSimon)
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Die Positionen sind schon länger bekannt. An ihrer Unvereinbarkeit hat sich nichts verändert. Der Deutsche Olympische Sport Bund will die Unterscheidung in "virtuelle Sportarten" und "eGaming". Wer Fußball, Tennis oder Golf auf der Konsole spielt, der dürfte dann von sich behaupten, er mache Sport. Ego-Shooter oder Strategiespiele würden nicht in diese Kategorie fallen.

DOSB- Vorstandsvorsitzende Veronika Rücker begründet das so: "Über die Verlängerung in den virtuellen Bereich sehen wir die Möglichkeit, eine enge Verknüpfung zwischen virtuellem und analogem Sporttreiben herzustellen. Wir glauben, dass unsere Verbände gefordert sind, genau diese Verbindung in den Mittelpunkt zu stellen. Und über das virtuelle Sporttreiben zum analogen Sporttreiben zu motivieren."

Die Unterscheidung zwischen virtuellen Sportarten und eGaming kann Hans Jagnow, der Präsident des E-Sport-Bundes, nicht gutheißen. Sie würde einen Großteil seiner Mitglieder ausschließen. "Wir sehen hier einerseits, dass wir eine gesellschaftliche Bewegung haben. Die als Sportbewegung definiert und in der ganz viele Menschen ehrenamtliche Arbeit erbringen, indem sie in Communities Turniere organisieren, ihre Teams organisieren, sie Trainings anbieten, Vereinsarbeit weit darüber hinaus machen. Die Erforderlichkeit eines Gemeinnützigkeitsbegriffs erfüllen. Und dafür auch die entsprechende Anerkennung erhalten müssen."

E-Sport: Spiel statt Sport

Eine Annäherung gibt es also weiterhin nicht. Ein klarer Fingerzeig dazu kommt immerhin aus der Wissenschaft. Carmen Borggrefe, Sportwissenschaftlerin von der Uni Stuttgart. "Ich beobachte diese Sportarten über die Kommunikation der körperlichen Leistungen. Mausklicken oder Tastaturdrücken – Stellen Sie sich vor, sie müssten eSport allein über die motorische Aktivität beobachten, wäre sehr langweilig. Sie können das Sinnhafte erst beobachten, wenn Sie das virtuelle Spielgeschehen sehen. Und das ist für mich die entscheidende Grenzziehung."

Eine klare Beurteilung der Frage hat da auch Thomas Wendeborn, Sportpsychologe von der Uni Leipzig. "Insofern möchte ich meine Position zum E-Sport noch mal bekräftigen: Indem ich diesen eher dem Spiel als dem Sport zuordne."

Der organisierte Sport hat sich nun positioniert. Das war die Voraussetzung. Jetzt muss die Politik überlegen, ob sie sich dieser Position anschließt. Immerhin steht die Absicht weiterhin im Koalitionsvertrag. Und darüber, auch das wurde bei dieser Anhörung im Sportausschuss noch mal deutlich, sind nicht alle glücklich.

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