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Anonym, aber gesamtdeutsch
Die Ostalgiewelle, die in den vergangenen Monaten vor allem in Gestalt fragwürdiger Fernsehshows über uns hinweggeschwappt ist, hat erstaunlicherweise einen Aspekt völlig außen vor gelassen. Und das aus gutem Grund: Das DDR-Design erschöpfte sich, so meint man doch, im sinnlosen Versuch, die Produktgestaltung des Westens zu imitieren. Das Ziel war klar: Auch der klassenlose sozialistische Bürger des Arbeiter- und Bauernstaates sollte das Gefühl haben, er nehme am Fortschritt Teil - mit Trabant und Transistorenfernseher K 67. Dass man dem DDR-Design mit dieser Abqualifizierung Unrecht tut, zeigt nun eine Ausstellung im Museum für Angewandte Kunst in Frankfurt am Main.