Grundgesetzänderung gefordert
Anpassung an den Klimawandel: SPD-Ministerien legen Aktionsplan vor

Angesichts wirtschaftlicher und sozialer Herausforderungen durch Hitze und Niedrigwasser haben mehrere SPD-Bundesminister einen Klima-Aktionsplan vorgelegt. Das Dokument der Ressorts Finanzen, Umwelt, Arbeit, Bauen sowie Entwicklung liegt dem Deutschlandfunk vor.

    Man sieht eine Silhouette Hamburgs mit dem Michel unter einem orangefarbenen Himmel mit der hellen Sonne.
    Nach wochenlanger Hitze und Trockenheit dringt die SPD auf Maßnahmen. (picture alliance / Inside-Picture / IP)
    Darin heißt es, dass die Folgen des Klimawandels die Menschen weltweit und immer häufiger auch in Deutschland träfen. Für eine wirksame Anpassung an die Klimakrise brauche es deshalb "eine gesamtstaatliche Kraftanstrengung". Die SPD-Ministerien schlagen unter anderem einen nationalen Hitzeaktionsplan zum Schutz der Gesundheit vor. Noch in dieser Wahlperiode solle zudem eine "Gemeinschaftsaufgabe Klimaanpassung und Naturschutz" im Grundgesetz verankert werden.
    Diese sei Voraussetzung dafür, dass der Bund sich an der Finanzierung von Kommunal- und Länderaufgaben beteiligen sowie "langfristig, rechtssicher und flächendeckend" bei Klimaanpassung und Naturschutz mitwirken könne. Das betreffe etwa den Hitze- und Gesundheitsschutz in sozialen Einrichtungen, die Entsiegelung von Flächen, mehr Stadtgrün, eine klimaresiliente Wasser- und Abwasserentsorgung und eine bessere Förderung des Hochwasserschutzes

    Union fordert konkreten Vorschlag zu Grundgesetzänderung

    Die Koalitionspartner CDU und CSU reagierten zurückhaltend auf den Vorstoß. Ob eine Grundgesetzänderung sinnvoll sei, könne erst ein konkreter Vorschlag zeigen, sagte Unionsfraktionsvize Mack der Nachrichtenagentur AFP. Der CDU-Politiker forderte die SPD auf, offene Fragen zu klären und ihren Vorschlag zu präzisieren: Eine Verfassungsänderung müsse einen "Mehrwert" bringen, sonst sei sie nicht sinnvoll. CDU-Generalsekretärin Hoppermann hatte den Vorschlag kürzlich abgelehnt.
    Diese Nachricht wurde am 16.08.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.