Dienstag, 07. Dezember 2021

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Anspiel – Pietari InkinenVerschobener Durchbruch

Dieses Jahr hätte sein erster großerm international beachteteter Auftritt stattfinden sollen. Bei den Bayreuther Festspielen warn Pietari Inkinen für den "Ring des Nibelungen" eingeplant. Der fiel zwar aus, aber auf zwei neuen CDs lernt man den finnischen Dirigenten gut kennen.

Von Christoph Vratz | 03.06.2020

Ein Mann steht aufrecht in einem weitläufigen Flur, schaut in die Kamera und hält seinen Taktstock vor sich in seinen Händen.
Der finnische Geiger, Kapellmeister und Dirigent Pietari Inkinen hat seinem Orchester neuen Schwung einverleibt. (Mechthild Schneider)
Oft lassen sich in den beiden neuen Aufnahmenn von Pietari Inkinen und der Deutschen Radio Philharmonie Saarbrücken Kaiserslautern Spuren aus Inkinens Zeit als aktiver Geiger erkennen: Er liebt das Ariose, die genau gestalteten Bögen, das Natürliche. Daher deutet er auch Dvořáks Musik, ähnlich wie bei seinem in Japan entstandenen Sibelius-Zyklus, als große Landschaftsbilder: mit ausladendem Schwung und viel Weite. Inkinen lässt sich Zeit. Inkinens Ansatz trägt eine sehr persönliche Handschrift, die Dvořák fast in die geistige Nähe von Anton Bruckner rückt.
Die beiden Aufnahmen mit Sinfonien von Prokofjew und Dvořák machen unmissverständlich klar, dass man auf den weiteren Weg des Pietari Inkinen gespannt sein darf. Das Orchester hat er definitiv auf ein neues Niveau gehoben.