Welt-Down-Syndrom Tag
Anstarren von Menschen mit Behinderung: Dusel beklagt zu wenig Begegnung im Alltag

Trotz gewachsener Offenheit gegenüber Menschen mit Down-Syndrom sieht der Behindertenbeauftragte der Bundesregierung, Dusel, weiterhin gesellschaftliche Defizite.

    Jürgen Dusel, der Beauftragte der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen
    Jürgen Dusel, der Beauftragte der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen (dpa / picture alliance / Michael Kappeler)
    Deutschland komme aus einer sehr finsteren Zeit, sagte er dem Deutschlandfunk anlässlich des morgigen Welt-Down-Syndrom-Tags. Durch die so genannte Euthanasie während des Nationalsozialismus wurden Hunderttausende mit Behinderungen und psychischen Erkrankungen ermordet oder zwangssterilisiert, darunter zahlreiche Menschen mit Down-Syndrom. Das sei unser Erbe. Seitdem hätten ihre Sichtbarkeit und Akzeptanz zwar stark zugenommen, doch auch heute noch würden sie deutlich benachteiligt, vor allem im Gesundheitsbereich. Es gebe einfach zu wenige Begegnungen, führte Dusel aus. Würden Menschen mit Down-Syndrom oder einer anderen sichtbaren Behinderung weniger separiert, würden die Leute sie im Alltag nicht mehr so häufig anstarren.
    Das Down-Syndrom ist eine genetische Besonderheit, bei der das 21. Chromosom ganz oder teilweise dreifach statt doppelt existiert. Man spricht daher auch von Trisomie 21. Sie kann sich ganz unterschiedlich auf die körperliche und geistige Entwicklung auswirken. Trisomie ist heute auch Thema im Bundestag.
    Diese Nachricht wurde am 20.03.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.