Stuttgart
Antrag: CDU lehnt Zuckersteuer trotz Forderungen zahlreicher Mediziner und Verbraucherschützer ab

Entgegen den Forderungen zahlreicher Mediziner und Verbraucherschützer hat der CDU-Bundesparteitag in Stuttgart einen Antrag zur Einführung einer Zuckersteuer abgelehnt. Mehrere Delegierte betonten, dass es mehr Aufklärung statt Verbote brauche.

    Mehrere Stücke Würfelzucker liegen auf dem Tisch und in einem Schälchen.
    "Es braucht mehr Aufklärung statt Verbote." (imago stock&people / PPE Beijersbergen)
    Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Günther nannte eine Zuckersteuer indes politisch geboten. In dem Antrag wurden unter anderem die Einführung einer Verbrauchsteuer auf Getränke mit hohem Zuckeranteil sowie ein Mindestalter für den Kauf von Energydrinks gefordert. Ein übermäßiger Zuckerkonsum gilt als gesundheitsschädlich.

    Verbände: Alarmierende Entwicklung bei ernährungsbedingten Erkrankungen

    Fast 50 Verbände, darunter Bundesärztekammer, Deutsche Krankenhausgesellschaft, Deutsche Krebshilfe, Deutsches Kinderhilfswerkund der Verbraucherzentrale Bundesverband - hatten die Delegierten diese Woche zur Zustimmung aufgerufen. Die alarmierende Entwicklung bei ernährungsbedingten Erkrankungen und die dadurch rasant steigenden gesellschaftlichen Folgekosten erforderten entschlossenes Handeln, hieß es.
    Der Ärzteverband Marburger Bund kritisierte die Absage des CDU-Bundesparteitags an eine Zuckersteuer als "verpasste Chance für wirksame Prävention". Wer den hohen Konsum zuckerhaltiger Erfrischungsgetränke als Problem erkenne, dürfe sich nicht auf Appelle zur Eigenverantwortung beschränken, sagte die Vorsitzende Johna. Es bestehe akuter Handlungsbedarf. Etwa ein Viertel der Kinder und Jugendlichen sei übergewichtig. Eine maßvoll ausgestaltete, am Zuckergehalt orientierte Steuer wäre kein Verbot, sondern ein marktwirtschaftliches Instrument der Verhältnisprävention.
    Diese Nachricht wurde am 21.02.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.