Bundestag
Apotheken dürfen künftig Impfungen und Schnelltests anbieten

Apotheken können künftig eine größere Rolle in der Gesundheitsversorgung der Bevölkerung spielen. Impfungen, Schnelltests und Blutabnahmen sollen auch in Apotheken möglich sein. Das sieht die vom Bundestag beschlossene Reform vor.

    Großes rotes A auf Glastür einer Apotheke
    Apotheker dürfen künftig auch bestimmte Impfungen anbieten (picture alliance/dpa | Sven Hoppe (Symbolbild))
    So sollen Apotheker beispielsweise gegen Tetanus oder die Viruserkrankung FSME impfen dürfen und Blut abnehmen. Zudem sollen Apotheken in bestimmten Fällen verschreibungspflichtige Medikamente direkt abgeben dürfen, ohne dass ein ärztliches Rezept vorliegt. Dies gilt etwa bei einer Dauermedikation oder bei akuten unkomplizierten Erkrankungen. Angesichts der zunehmenden Schließungen von Apotheken auch im ländlichen Raum wird außerdem die Notdienstpauschale erhöht.
    Bundesgesundheitsministerin Warken sagte, die Reform binde Apotheken breiter in die Versorgung ein. Die Bundesärztekammer kritisierte dagegen die neuen Befugnisse. Ärztliche Tätigkeiten gehörten nicht in die Apotheke. Wer diagnostische und therapeutische Aufgaben übernehme, müsse dafür ausgebildet sein.
    Weitere Maßnahmen der Reform sehen vor, Apotheken von Bürokratie zu entlasten und ihre wirtschaftliche Situation zu stärken. Geplant ist unter anderem die Erhöhung des Apothekenfixums. Das ist ein Betrag, den die Apotheke von den Krankenkassen zum Ausgleich ihrer Betriebskosten erhält. Der GKV-Spitzenverband warnte, allein diese Erhöhung werde die gesetzlichen Kassen rund 875 Millionen Euro pro Jahr kosten.
    Kritik kommt auch von der Opposition. Die Grünen-Abgeordnete Piechotta monierte, die Reform belaste das Sozialsystem in Milliardenhöhe. Der Linken-Politiker Gürpinar beklagte ein "Hin- und Hergeschiebe" in der Gesundheitspolitik. Der AfD-Politiker Sichert forderte dagegen eine noch höhere Anhebung der Apothen-Vergütungen.
    Diese Nachricht wurde am 22.05.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.