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StartseiteKulturfragenDas Bauhaus als Brückenbauer22.04.2019

Architekturerbe in Tel AvivDas Bauhaus als Brückenbauer

Neues Bauen für ein neues Land: Die Bauhaus-Architektur in Tel Aviv sollte Juden aus aller Welt einst eine neue Heimat bieten. Heute könne dieses architektonische Erbe zu einem besseren Verständnis zwischen den Kulturen Israels führen, sagte Denkmalpflegerin Sharon Golan-Yaron im Dlf.

Sharon Golan-Yaron im Gespräch mit Änne Seidel

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Die weißen geschwungene Mauern sind typisch für die Bauhaus-Architektur in Tel Aviv  (dpa / Uta Poss)
"Weiße Stadt": 4.000 Bauten im sogenannten Internationalen Stil stehen mitten in der israelischen Metropole Tel Aviv (dpa / Uta Poss)
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Tel Aviv ist heute eine hochmoderne Stadt mit einer beeindruckenden Skyline: Moderne Hochhäuser ragen in den Himmel, davor der Strand und das Mittelmeer. Tel Aviv ist eine junge Stadt mit Start-up-Unternehmen und angesagten Clubs. Auf den ersten Blick schwer vorstellbar, aber mitten in dieser Stadt, die so durch und durch im Hier und Jetzt verankert scheint, versteckt sich ein ein wichtiges Zeugnis der architektonischen Moderne: "Die Weiße Stadt" ist ein Viertel mit etwa 4.000 Häusern im sogenannten Internationalen Stil, das heute zum Unesco-Weltkulturerbe zählt.

Soziales Bauen für gemeinsames Wohnen

Die Häuser wurden unter anderem von ehemaligen Bauhaus-Schülern entworfen, die nach ihrer Ausbildung an der berühmten Kunst- und Designschule in Weimar und Dessau zurück nach Palästina gegangen waren. Darunter auch Arieh Sharon, ein Schüler des zweiten Bauhaus-Direktors Hannes Meyer. Genau wie sein Lehrer war auch Sharon den Ideen des Sozialismus verpflichtet: In Tel Aviv errichtete er Arbeitersiedlungen, die für das gemeinschaftliche Wohnen ausgelegt waren.

"Physisches Manifest des Zionismus"

Architektin und Denkmalpflegerin Sharon Golan-Yaron kümmert sich im Auftrag der Stadt Tel Aviv um die Restaurierung der "Weißen Stadt". Die Bauten seien ein "physisches Manifest des Zionismus", sagte sie in den "Kulturfragen".

Sharon Golan Yaron steht vor dem Max-Liebling-Haus. Es ist eines von etwa 4 000 ursprünglich eher sandfarbenen Gebäuden im internationalen Stil, die als "Weiße Stadt" das Zentrum von Tel Aviv prägen. (dpa /  Bernhard Küchler)Sharon Golan Yaron, in Deutschland geborene Architektin und Programmdirektorin des Zentrums "Weiße Stadt" in Tel Aviv (dpa / Bernhard Küchler)

Die Region rund um Tel Aviv sei in den 40er Jahren ein "Melting Pot" gewesen, in der sich Siedler aus aller Welt versammelten. Die Zionisten seien damals auf der Suche nach einer neuen Formsprache gewesen, auf die sich Juden aller Kulturen einigen konnten. Auch heute könne dieses architektonische Erbe wieder eine Funktion als Brückenbauer haben, so Golan-Yaron: Die Beschäftigung mit diesem Kulturerbe könne zu einem besseren Verständnis aller Kulturen Israels führen.

Äußerungen unserer Gesprächspartner geben deren eigene Auffassungen wieder. Der Deutschlandfunk macht sich Äußerungen seiner Gesprächspartner in Interviews und Diskussionen nicht zu eigen.

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