Militärputsch
Argentinien: Geheimdienst veröffentlicht in umstrittenter Aktion Dokumente aus Diktatur-Zeit

Der argentinische Geheimdienst hat in einer umstrittenen Aktion vor dem 50. Jahrestag des Militärputsches Dokumente aus der Zeit der Diktatur und davor veröffentlicht.

    Argentiniens Präsident Javier Milei steht vor einem Mikrofon und winkt ins Publikum.
    Argentiniens Präsident Javier Milei. (Archivbild) (AFP / LUIS ROBAYO)
    In einer ersten Tranche seien insgesamt 492 Seiten aus den Jahren 1973 bis 1986 freigegeben worden, teilte die Behörde mit. Menschenrechtsorganisationen sprechen von einer politisch einseitigen und willkürlichen Freigabe unter dem rechtslibertären Präsidenten Milei. Ziel sei, die Interpretation der Regierung zu stärken, wonach die politische Gewalt und Verfolgung der Opposition schon vor der Militärdiktatur begonnen habe, hieß es. Mileis Regierung hatteim vergangenenJahr angekündigt, mit der Veröffentlichung die - Zitat - "vollständige Geschichte" zur politischen Gewalt in den 70er und 80er Jahren aufzuzeigen.
    Am 24. März 1976 hatte das Militär in Argentinien geputscht. Während der nachfolgenden Diktatur wurden laut offiziellen Schätzungen etwa 30.000 Menschen vom Regime ermordet. Die Militärs hatten ihren Staatsstreich damals unter anderem mit einer Gewalt linker Gruppen begründet, die den Staat zu destabilisieren gedroht habe.
    Diese Nachricht wurde am 20.03.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.