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Arktur, Spica und Regulus
Das schiefe Dreieck des Frühlings

Am Firmament gibt es 88 offizielle Sternbilder. Zudem sind dort noch einige markante Figuren zu erkennen, die keine eigenen Sternbilder darstellen. Dazu gehört das Frühlingsdreieck, das jetzt abends am Südhimmel zu sehen ist.

Von Dirk Lorenzen |
Das Frühlingsdreieck gegen Mitternacht am Südhimmel
Das Frühlingsdreieck gegen Mitternacht am Südhimmel (Stellarium)
Die Internationale Astronomische Union hat das Firmament in 88 Sternbilder eingeteilt. Zusätzlich gibt es einige markante Figuren, die aus Sternen verschiedener Sternbilder bestehen. Dazu gehört das Frühlingsdreieck, das jetzt nachts am Südhimmel prangt. Es besteht aus Regulus, dem Hauptstern im Löwen, Arktur im Bootes und Spica in der Jungfrau.

Dreieck leuchtet in orangerot und weiß

In den Stunden rund um Mitternacht ist das Frühlingsdreieck am schönsten zu sehen. Regulus bildet die rechte Ecke des Dreiecks. Der Löwe ist ein auffälliges Trapez, das am Himmel kaum zu übersehen ist. Arktur leuchtet orangerot, Spica erscheint weißlich und steht deutlich tiefer als die beiden anderen. Verlängert man die Deichsel des Großen Wagens, der nahe dem Zenit steht, so fällt der Blick zunächst auf Arktur und näher am Horizont auf Spica.

Licht aus der Vergangenheit

Das Frühlingsdreieck erscheint am Himmelsgewölbe flach. Tatsächlich ist es im Weltall völlig verzerrt – doch die räumliche Tiefe ist mit bloßem Auge nicht zu erkennen. Arktur ist mit fast 37 Lichtjahren Abstand der nächste der drei Sterne. Regulus ist etwa 79 und Spica sogar rund 250 Lichtjahre entfernt. Das Licht, das uns jetzt von Arktur erreicht, hat den Stern Mitte der 80er Jahre verlassen. Regulus sehen wir so, wie er gegen Ende des Zweiten Weltkriegs aussah – und Spicas heutiges Licht hat sich auf den Weg gemacht, als Katharina die Große Kaiserin von Russland war.
Noch bis Ende Mai ziert den Abendhimmel das alte und wunderbar schiefe Frühlingsdreieck.