
Wie ein AFP-Korrespondent berichtete, überquerten Dutzende Militärfahrzeuge den Euphrat in Richtung Osten. Der Fluss markierte bislang die Grenze zu den kurdisch kontrollierten Gebieten. Vor einer Brücke über den Euphrat stauten sich Autos, Lastwagen und Motorräder. Mehrere Menschen überquerten ihn zu Fuß. Die syrische Armee teilte mit, die Soldaten rückten vor, um das gestern vom syrischen Übergangspräsidenten al-Scharaa vorgestellte Abkommen zwischen dem Zentralstaat und der SDF "abzusichern". - Trotz des Abkommens hatten sowohl die syrische Armee als auch kurdische Kräfte heute weitere Kämpfe gemeldet. Die staatliche Nachrichtenagentur Sana berichtete, kurdische Kräfte hätten unter anderem Stellungen der Armee in der Nähe der Stadt Aleppo angegriffen. Drei Soldaten seien getötet worden.
Die Führung der kurdischen Miliz hatte gestern angesichts des Vormarsches der syrischen Armee einer Waffenruhe zugestimmt. Die Vereinbarung sieht unter anderem vor, dass sich die Kämpfer aus allen Gebieten östlich des Euphrats zurückziehen. Zudem sollen sie sich in die Armee des Landes integrieren.
Regierungstruppen hatten in den vergangenen Tagen unter anderem die Kontrolle über die bisher von kurdischen Kräften dominierten Stadtteile Aleppos und den größten Staudamm des Landes erlangt, die Tabqa-Talsperre. Scharaa sagte wegen der Kämpfe einen für diese Woche geplanten Besuch in Deutschland kurzfristig ab.
Diese Nachricht wurde am 19.01.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
