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Asbesttransport ist vom Tisch

Zehntausende Tonnen von Asbestabfall sollten von Niedersachsen aus in den Norden transportiert werden. Die Ziele: Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Keine Frage: Den Anwohnern dort schmeckte das so gar nicht. Jetzt wurde der Transport endgültig abgesagt.

Von Susanne Schrammar |
    Der Transport der rund 170.000 Tonnen asbesthaltiger Sondermüll aus der Region Hannover in die Deponien Rondeshagen in Schleswig-Holstein und Schönberg in Mecklenburg-Vorpommern scheint endgültig vom Tisch. Das hat der Bürgermeister der Stadt Wunstorf, in der der Asbestmüll auf einem ehemaligen Firmengelände lagert, jetzt bestätigt. Offenbar haben die mit dem Transport beauftragten Unternehmen beschlossen, nicht gegen das Urteil des Verwaltungsgerichtes Schleswig vorzugehen. Das Gericht hatte vor zwei Wochen den Transport untersagt.

    Ursprünglich sollte der Sondermüll mit den hochgiftigen und krebserregenden Fasern auf Kippladern ohne spezielle Verpackung rund 250 Kilometer durch Norddeutschland transportiert werden. Dagegen hatte sich sowohl in Schleswig-Holstein als auch in Mecklenburg-Vorpommern heftiger Widerstand, auch bei den Landesregierungen, formiert. Zudem gelten die Verträge mit den beiden Deponien über die Annahme des Sondermülls nur bis Mitte Juni. Eine spätere Annahme hätte neu verhandelt werden müssen und scheint angesichts der Gegenwehr in den beiden Ländern als aussichtslos. Die Region Hannover, in dessen Auftrag der Asbestschlamm transportiert werden sollte, will sich erst am Montag zum weiteren Vorgehen äußern. Möglicherweise wird der Asbestmüll jetzt dauerhaft in Wunstorf bleiben.