Invasive Arten
Asiatische Nadelameise erstmals in Deutschland nachgewiesen

In Stuttgart haben Forscher die Asiatische Nadelameise entdeckt. Bei der erstmals in Deutschland nachgewiesenen Art handelt es sich um eine invasive Spezies, wie die Universität Hohenheim mitteilte. Ein Forschungsteam fand im Stuttgarter Rosensteinpark eine vollständige Kolonie mit Nachwuchs.

    Das Bild zeigt eine Asiatische Nadelameise, die über einen grün bewachsenen Untergrund läuft.
    Eine Asiatische Nadelameise (Aron Bellersheim / Senckenberg Ges / dpa-Bildfunk )
    Die Entdeckung belegt der Mitteilung zufolge, dass es sich nicht nur um einzelne eingeschleppte Tiere handelt. Brendon Boudinot vom Frankfurter Senckenberg Forschungsinstitut sagte, es handele sich "sehr wahrscheinlich um eine lokale überwinterungsfähige Population". Stiche der Tiere können allergische Reaktionen auslösen. Zudem ist bekannt, dass sie heimische Ameisenarten verdrängt.
    Boudinot ist Erstautor einer Studie zum deutschen Erstnachweis, die nun im wissenschaftlichen Fachjournal ”Zootaxa” erschienen ist. Einer der Co-Autoren, der Stuttgarter Biologie-Student Max Härtel, hatte nach Angaben der Universität Hohenheim bereits kurz zuvor ein Exemplar der Asiatischen Nadelameise (Brachyponera chinensis) im Stuttgarter Zoo Wilhelma entdeckt und bestimmt.

    Import über Pflanzen?

    Die Wissenschaftler vermuten, dass die Tiere über importierte Pflanzen eingeschleppt wurden. Ursprünglich stammt die Ameise aus Ostasien. In den USA ist sie seit 1932 verbreitet, in Europa gab es zuvor nur vereinzelte Nachweise in Italien. Die Forscher empfehlen gezielte Programme zur Beobachtung, um eine mögliche Ausbreitung frühzeitig zu erkennen. Laut Boudinot besteht durch den Klimawandel in Europa ein erhöhtes Risiko für die Ansiedlung gebietsfremder Ameisenarten.
    Invasive Ameisen verursachen weltweit erhebliche Schäden: Sie können Schäden in öffentlichen Grünanlagen und private Gärten anrichten, Nutztiere sowie geschützte Arten angreifen und Lebensräume verändern. Verbreitet werden die Tiere häufig unbemerkt, etwa über den internationalen Pflanzenhandel, in Containern oder im Reisegepäck. Begünstigt wird Verbreitung dieser Arten auch durch steigende Temperaturen im Zuge des Klimawandels.
    Diese Nachricht wurde am 27.03.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.