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Asteroid mit Schweif

Die Beständigkeit himmlischer Objekte ist auch nicht mehr das, was sie früher einmal war. Lange Zeit hindurch hatten die Astronomen angenommen, der Raum zwischen Mars- und Jupiterbahn werde ausschließlich von Asteroiden bevölkert, mehr oder minder großen Brocken aus Gestein und Metall. Sie waren bei der Entstehung des Planetensystems vor mehr als viereinhalb Milliarden Jahren übrig geblieben.

Von Hermann-Michael Hahn |
    Doch inzwischen gibt es ernste Zweifel an dieser einheitlichen Besetzung. Schon vor neun Jahren beobachteten Astronomen, dass das ursprünglich als Asteroid eingestufte Objekt 1996 N2 einen typischen Kometenschweif entwickelte. Bereits im Entdeckungsjahr 1996 war ihnen ein kometenähnliches Aussehen - eine dünne Gashülle um das eigentliche Objekt herum - aufgefallen, aber unerklärt geblieben.

    2002 nun ließ sich die Kometennatur von 1996 N2 nicht länger ignorieren. Seitdem wird das etwa fünf Kilometer große Objekt in den Katalogen als Komet Elst-Pizarro geführt.

    Vor ein paar Monaten vollzog sich eine vergleichbare Veränderung am bereits 1906 gefundenen Asteroiden Scheila, einem immerhin gut einhundert Kilometer großen Objekt: Man registrierte einen unerwarteten Helligkeitsanstieg, und Bilder zeigten eine Gashülle sowie einen Schweifansatz - beides typisch für einen Kometen. Vermutlich wird auch Scheila bald als Komet in den Katalogen auftauchen.

    Womöglich kreisen noch mehr dieser jetzt Hauptgürtelkometen genannten Objekte als Asteroiden getarnt um die Sonne.

    Informationen zum Ausbruch von Scheila

    Mehr über der Asteroiden Scheila