Europäische Südsternwarte
Astronomen warnen: Bald mehr Satelliten als Sterne am Nachthimmel

Astronomen warnen angesichts der wachsenden Anzahl von Satelliten vor negativen Auswirkungen auf die Sternbeobachtung. Die Europäische Südsternwarte ESO schlägt deshalb vor, deren Zahl auf maximal 100.000 zu begrenzen.

    Zu sehen ist ein Modell des Riesenteleskops. das in der chilenischen Atacama-Wüste aufgebaut werden soll
    Die Europäische Südsternwarte betreibt Teleskope in Südamerika und plant weitere Anlagen - deren Nutzen jedoch von zu vielen Satelliten eingeschränkt werden würde. (ESO)
    Weltweit gebe es derzeit jedoch Pläne, insgesamt 1,7 Millionen Objekte in eine Erdumlaufbahn zu bringen, schrieb die ESO in einem aktuellen Gutachten. Dies würde die Möglichkeiten zur Sternbeobachtung von der Erde aus deutlich verschlechtern.
    Die vielen neuen Satelliten würden den Nachthimmel drastisch aufhellen. Zu bestimmten Zeiten wären dann tausende Satelliten zu sehen - in etwa so viele wie derzeit Sterne am Nachthimmel. Zudem würden die von Satelliten erzeugten Lichtschleier das Licht weiter entfernter Sterne überdecken.
    Derzeit gibt es etwa 14.000 Satelliten in einer erdnahen Umlaufbahn. Unternehmen wie Space X oder Reflect Orbital planen, diese Zahl drastisch auszuweiten. Aktuell berät die US-Behörde FCC über mehrere Genehmigungsverfahren.
    Diese Nachricht wurde am 02.07.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.