Cyberkriminalität
Atug: Menschen bei Internetnutzung besser schützen

Manuel Atug, Experte für Onlinesicherheit der European Research Executive Agency, hat einen besseren Schutz für Menschen bei der Nutzung von Onlinediensten gefordert.

    Manuel Atug auf der Digitalmesse Re:publica
    Der Experte für Onlinesicherheit der European Research Executive Agency, Manuel Atug (picture alliance / dts-Agentur)
    In der Politik sei bekannt, welche Maßnahmen funktionieren würden, sagte Atug im Deutschlandfunk. Diese würden aber deshalb nicht ergriffen, weil sie politisch nicht opportun seien. "Prävention ist nicht sexy", erklärte Atug, der regelmäßig für die Bundesregierung und die Bundesländer als Sachverständiger in Fragen der Cybersicherheit berufen wird.
    Zugleich rief er Nutzer zu Vorsicht und Wachsamkeit auf. Viele Menschen würden die Gefahren nicht ernst nehmen, andere kapitulierten vor einer zu großen Komplexität von Schutzmaßnahmen.

    Automatisierter Betrug erfordert automatisierten Schutz

    Beispielsweise durch Phishingmails sei Betrug automatisiert worden, sagte Atug. Früher hätten Betrüger jeden einzelnen anrufen müssen. "Jetzt kann ich eine Phishingmail an tausende von Leuten gleichzeitig schicken. Und wenn nur ein geringer Prozentsatz hängen bleibt, habe ich immer noch eine gute Fangquote. Und insgesamt sind es dann natürlich mehr Betroffene."
    Dies erfordere auch einen automatisierten Schutz, der durch die Hersteller und Anbieter ausbleibe. Im Schadensfall sollte man immer eine Strafanzeige bei der Polizei erstatten, weil erst dann Versicherungen zahlen und die Behörden erst so das Ausmaß erkennen könnten. "Dann bleibt das im sogenannten Dunkelfeld."

    Straftaten im Internet betreffen viele Menschen

    Im vergangenen Jahr war jeder und jede zehnte Deutsche mindestens einmal von einer Straftat im Internet betroffen. Das geht aus dem Cybermonitor des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik und der Polizeilichen Kriminalprävention hervor. Dabei geht es im Grundsatz fast immer um Geld, es gibt auch Fälle von Überwachung und Stalking.
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    Diese Nachricht wurde am 12.05.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.