
Medienberichten zufolge landete ein erstes Flugzeug mit Rückkehrern in der nigerianischen Stadt Lagos. Insgesamt sollen sich etwa 1.000 Menschen für das Rückholprogramm registriert haben.
Afrikanische Länder evakuieren ihre Staatsbürger
Auch Ghana, Malawi und Simbabwe haben bereits Staatsangehörige ausgeflogen. Die Länder werfen der südafrikanischen Regierung vor, Migranten nicht ausreichend gegen fremdenfeindliche Angriffe zu schützen. In einer Fernsehansprache an die Nation verurteilte Staatspräsident Ramaphosa kürzlich zwar die Gewalt gegen Ausländer und kündigte eine deutlich härtere Migrationspolitik an. Beruhigt hat sich die Lage dadurch aber nicht.
Organisierte Proteste und Gewalt
Die Bürgerbewegung "March and March" organisiert seit April regelmäßig Demonstrationen gegen Einwanderer ohne Aufenthaltsgenehmigung in Großstädten wie Pretoria, Johannesburg und Durban. Dabei wurden wiederholt Migranten angegriffen, Unterkünfte zerstört und Geschäfte in Brand gesetzt. Mehrere Menschen kamen bei den Ausschreitungen ums Leben.
Migranten als Sündenböcke für Probleme Südafrikas
Laut einem Bericht der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch gab es in Südafrika in den vergangenen Jahren immer wieder Wellen der Gewalt gegen afrikanische und asiatische Ausländer. Demnach gehen die sich verschlechternden Lebensbedingungen wie eine Arbeitslosenquote von 33 Prozent mit dem Aufkommen von Anti-Einwanderungs-Protesten einher. Ausländische Staatsangehörige würden dabei zum Sündenbock für die sozialen und wirtschaftlichen Probleme sowie die hohe Kriminalitätsrate gemacht.
Diese Nachricht wurde am 11.06.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
