
Einem Bericht der New York Times zufolge, hat die FIFA Belgien das Recht eingeräumt, gegen die Entscheidung vorzugehen. Die Zeitung beruft sich dabei auf mit dem Vorgang vertraute Personen.
Dem Bericht zufolge mussten sowohl der belgische als auch der US-Verband ihre Stellungnahmen bis Montagmorgen (Ortszeit) einreichen. Ein Mitglied des FIFA-Berufungsausschusses, das keinem UEFA- oder CONCACAF-Verband angehört, soll demnach über den Fall entscheiden. Belgien spielt in der kommenden Nacht gegen die USA. Ob noch vor dem Anpfiff des Achtelfinales eine Entscheidung fällt, ist offen.
Der Königliche Belgische Fußballverband hatte die Entscheidung als "direkten Widerspruch" zu den Wettbewerbsbestimmungen bezeichnet und angekündigt, "alle Optionen" zu prüfen. Der Verband soll außerdem die vollständige Begründung für die Aussetzung der Sperre angefordert haben.
Kritik von Experten und Funktionären
Mehrere Experten und Funktionäre sprachen zuvor von einer schlechten Entscheidung, die dem Sport schade. Berichten zufolge distanzierten sich auch hochrangige FIFA-Vertreter. DFB-Präsident Neuendorf forderte den Verband auf, den Eindruck einer politischen Einflussnahme auf den Sport rasch und schlüssig auszuräumen. Der europäische Fußballverband UEFA sprach von einer roten Linie, die überschritten worden sei. EU-Sportkommissar Micallef erklärte, derartige Entscheidungen gehörten in die Hände der Sportverbände und nicht der Politik.
Zuvor hatten schon der norwegische Nationaltrainer Stale Solbakken und der frühere Dortmund-Trainer Jürgen Klopp von einer schlechten Entscheidung gesprochen, die dem Sport schade.
Der Stürmer Folarin Balogun darf trotz einer Roten Karte im Achtelfinale eingesetzt werden. Die FIFA setzte die Sperre nach eigenen Angaben zur Bewährung aus. Mehrere US-Medien berichten, dass Präsident Trump bei der FIFA auf eine Überprüfung der Sperre gedrängt hat. Weder die FIFA noch das Weiße Haus haben dies bislang kommentiert.
Der Fußballweltverband hatte zuvor lediglich mitgeteilt, dass Balogun trotz seiner Roten Karte am Dienstag gegen Bosnien-Herzegowina spielen darf.
Trump begrüßt Entscheidung persönlich
Trump begrüßte die Entscheidung auf der Plattform Truth Social. "Vielen Dank an die FIFA, dass ihr das gemacht habt, was richtig ist und eine große Ungerechtigkeit wiedergutgemacht habt."
Der Schiedsrichter hatte die Entscheidung nach einer Überprüfung durch den Video Assistant Referee (VAR) getroffen und einen Tritt Baloguns gegen den Spieler Tarik Muharemovic mit der Roten Karte bestraft.
Nach den Regeln der FIFA zieht eine Rote Karte eigentlich automatisch eine Sperre von einem Spiel nach sich. Ein Einspruch dagegen ist demnach nicht möglich. Der Weltverband bezog sich in seiner Entscheidung zu Balogun lediglich auf Artikel 27 der FIFA-Disziplinarordnung, wonach es dem Weltverband erlaubt ist , "die Umsetzung einer Disziplinarmaßnahme ganz oder teilweise auszusetzen". Eine weitere Erklärung blieb aus.
Balogun ist mit drei Treffern der beste Schütze seiner Mannschaft im laufenden Turnier.
Diese Nachricht wurde am 06.07.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
