Mittwoch, 17. April 2024

COP28 in Dubai
Aufruf für Ausbau der Atomkraft - Kanzler Scholz will "globale Energiewende"

Bei der Weltklimakonferenz in Dubai hat eine Gruppe von etwa 20 Staaten zum Ausbau der Atomkraft aufgerufen. Ziel sei es, die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern zu verringern, hieß es. Beteiligt an der gemeinsamen Erklärung sind unter anderem die USA, Frankreich, Großbritannien sowie das Gastgeberland Vereinigte Arabische Emirate.

02.12.2023
    Bundeskanzler Scholz steht bei der COP28 am Rednerpult, hinter ihm die Flagge der UNO und der Vereinigten Arabischen Emirate.
    Bundeskanzler Scholz bei der Weltklimakonferenz in Dubai (picture alliance / ASSOCIATED PRESS / Rafiq Maqbool)
    Russland und China, die ebenfalls über eine größere Anzahl an Atomkraftwerken verfügen, haben nicht unterzeichnet.
    Verbreitet wurde die Erklärung durch den US-Klimabeauftragten Kerry. Er nannte zur Begründung Positionen aus der Wissenschaft, wonach Klimaneutralität bis 2050 ohne Atomkraft nicht erreichbar sei. Gegner verweisen auf die mit der Atomkraft verbundenen Risiken, ungeklärte Entsorgungsfragen sowie hohe Kosten.

    Scholz: "Mehr Tempo"

    Bundeskanzler Scholz rief in seiner Rede zu mehr Tempo beim Klimaschutz auf. Konkret forderte er eine Verdreifachung der globalen Kapazitäten für erneuerbare Energien bis Ende des Jahrzehnts. Außerdem solle die Energieeffizienz bis 2030 verdoppelt werden.
    Der SPD-Politiker bekräftigte das Ziel, dass Deutschland bis 2045 klimaneutral sein solle. Doch auch weltweit müsse die Energiewende "zu einer globalen Erfolgsgeschichte" werden. Dazu gehöre der Abschied von fossilen Energieträgern.
    Eine Zusammenfassung der Rede von unserem Korrespondenten können Sie hier hören.

    Methan in der Diskussion

    Eine weitere Forderung des Kanzlers ist es, die Methan-Emissionen der Energiewirtschaft zu reduzieren. Die USA kündigten in Dubai neue Standards in dem Bereich an: So sollen Öl- und Gasproduzenten dazu verpflichten werden, Methanlecks zu schließen. Außerdem sollen Bohrlöcher besser überwacht werden, damit der ungewollte Austritt des Gases verhindert werden kann.
    Das zweitwichtigste Treibhausgas Methan entweicht unter anderem bei der Förderung von Kohle, Öl und Erdgas. Es bleibt zwar kürzer in der Atmosphäre, ist dafür aber schädlicher als CO2.
    Diese Nachricht wurde am 02.12.2023 im Programm Deutschlandfunk gesendet.