Eng ist es auf der Hühnerfarm von Landwirt Klaus Riehle in Bad Rappenau. Über 150.000 Hühner sitzen zusammengedrängt in kleinen Käfigen: Fressen, Eier legen, fressen, Eier legen - pro Tag über 100.000 Stück. Platz zum Scharren und Flügelschlagen haben die Tiere hier nicht. Jedem Huhn stehen 550 Quadratzentimeter zu, die Größe eines DIN-A4-Blattes. Bis Ende nächsten Jahres werden Landwirt Riehles Hühner so noch ihre Tage verbringen müssen. Dann lässt die Bundesregierung nur noch Bodenhaltung in größeren Räumen oder unter freiem Himmel zu. Dagegen hat der Landwirt nichts, nur finanzierbar müsse es sein, sagt er. Denn, Eier aus Boden- oder Freilandhaltung seien für ihn in der Produktion wesentlich teurer:
"Hier wird nur gefordert und gefordert und auf der anderen Seite das Produkt nicht bezahlt. Wenn wir es bezahlt kriegen: von mir aus kann ein Huhn im Einfamilienwohnhaus wohnen, mir ist das egal. Wenn Sie nicht mehr als 65 Cent für eine Zehnerschachtel Eier kriegen, dann können Sie keinen Wintergarten und keine Dusche und kein Sandbad zur Verfügung stellen, das ist halt so."
Die deutschen Hühnerbarone ärgert vor allem eins: Während die Käfighaltung hierzulande schon ab 2007 verboten wird, gilt in den anderen EU-Ländern eine Übergangsfrist bis 2012. Eine klare Wettbewerbsverzerrung sieht Klaus-Peter Linn vom Geflügelwirtschaftsverband Baden-Württemberg darin. Schon jetzt komme jedes dritte in Deutschland verzehrte Ei aus dem Ausland, sagt Linn. Ohne deutsche Käfighaltung werde voraussichtlich nur noch ein Drittel der Eier in Deutschland selbst produziert. Landwirt Klaus Riehle spricht von "Inländerdiskriminierung":
"Die Frau Künast hat ja nicht das Käfigeier-Essen und das Handeln verboten, sondern nur die Produktion in Deutschland. Vor allem die Industrie, das heißt die Eiproduktwerke, die Großbäckereien, alle, die Eier brauchen, die werden hier keine Eier mehr kaufen können, weil das einfach von der Wirtschaftlichkeit her nicht mehr passt."
Das Aus für viele Eierproduzenten, prophezeit der Geflügelwirtschaftsverband.
Allein in Baden- Württemberg werde es jeden vierten Betrieb treffen, so die Schätzung. Den Umbau von Käfig- auf Bodenhaltung könnten sich viele Bauern nicht leisten, da ihre bestehenden Anlagen längst noch nicht abgeschrieben seien. Das befürchtet auch Klaus Riehle. Vor sieben Jahren hat er die Eierfarm in Bad Rappenau gekauft, Kosten: rund 3,5 Millionen Euro. Ein Umbau würde den Landwirt noch einmal die gleiche Summe kosten:
"Die Bank sagt, erst mal das Alte bezahlen, dann zahlen wir das Neue. Weil, wenn man einen genehmigten Betrieb finanziert, und er soll dann einfach aus ideologischen Gründen und auch gegen die EU frühzeitig enteignet werden, dann tun die sich schwer, neue Stallungen zu finanzieren. Das heißt, wir haben ein finanzielles Fiasko, weil man uns hier unser Betriebskapital wegnimmt."
Der Geflügelwirtschaftsverband hofft nun, die so genannte Künast-Verordnung doch noch rechtzeitig kippen zu können. Der erste Schritt war zunächst eine Klage vor dem Verwaltungsgericht Leipzig. Das Urteil: In gültige Betriebsgenehmigungen darf nicht einfach eingegriffen werden. Wenn doch, müsse die zuständige Behörde den Betroffenen eine Entschädigung zahlen.
Der baden-württembergische Geflügelwirtschaftsverband geht nun davon aus, dass die Kosten in Milliardenhöhe die Länder tragen. Vielleicht , so die Hoffnung, komme deshalb die Frist für das Käfigverbot in Berlin doch noch mal auf den Tisch. Mit einer Fristverlängerung könnte Landwirt Riehle leben. Bis 2012 ist seine Farm abgeschrieben, dann hat er nichts mehr gegen einen Umbau auf Bodenhaltung. Und seine 150.000 Käfighühner wohl auch nicht.
"Hier wird nur gefordert und gefordert und auf der anderen Seite das Produkt nicht bezahlt. Wenn wir es bezahlt kriegen: von mir aus kann ein Huhn im Einfamilienwohnhaus wohnen, mir ist das egal. Wenn Sie nicht mehr als 65 Cent für eine Zehnerschachtel Eier kriegen, dann können Sie keinen Wintergarten und keine Dusche und kein Sandbad zur Verfügung stellen, das ist halt so."
Die deutschen Hühnerbarone ärgert vor allem eins: Während die Käfighaltung hierzulande schon ab 2007 verboten wird, gilt in den anderen EU-Ländern eine Übergangsfrist bis 2012. Eine klare Wettbewerbsverzerrung sieht Klaus-Peter Linn vom Geflügelwirtschaftsverband Baden-Württemberg darin. Schon jetzt komme jedes dritte in Deutschland verzehrte Ei aus dem Ausland, sagt Linn. Ohne deutsche Käfighaltung werde voraussichtlich nur noch ein Drittel der Eier in Deutschland selbst produziert. Landwirt Klaus Riehle spricht von "Inländerdiskriminierung":
"Die Frau Künast hat ja nicht das Käfigeier-Essen und das Handeln verboten, sondern nur die Produktion in Deutschland. Vor allem die Industrie, das heißt die Eiproduktwerke, die Großbäckereien, alle, die Eier brauchen, die werden hier keine Eier mehr kaufen können, weil das einfach von der Wirtschaftlichkeit her nicht mehr passt."
Das Aus für viele Eierproduzenten, prophezeit der Geflügelwirtschaftsverband.
Allein in Baden- Württemberg werde es jeden vierten Betrieb treffen, so die Schätzung. Den Umbau von Käfig- auf Bodenhaltung könnten sich viele Bauern nicht leisten, da ihre bestehenden Anlagen längst noch nicht abgeschrieben seien. Das befürchtet auch Klaus Riehle. Vor sieben Jahren hat er die Eierfarm in Bad Rappenau gekauft, Kosten: rund 3,5 Millionen Euro. Ein Umbau würde den Landwirt noch einmal die gleiche Summe kosten:
"Die Bank sagt, erst mal das Alte bezahlen, dann zahlen wir das Neue. Weil, wenn man einen genehmigten Betrieb finanziert, und er soll dann einfach aus ideologischen Gründen und auch gegen die EU frühzeitig enteignet werden, dann tun die sich schwer, neue Stallungen zu finanzieren. Das heißt, wir haben ein finanzielles Fiasko, weil man uns hier unser Betriebskapital wegnimmt."
Der Geflügelwirtschaftsverband hofft nun, die so genannte Künast-Verordnung doch noch rechtzeitig kippen zu können. Der erste Schritt war zunächst eine Klage vor dem Verwaltungsgericht Leipzig. Das Urteil: In gültige Betriebsgenehmigungen darf nicht einfach eingegriffen werden. Wenn doch, müsse die zuständige Behörde den Betroffenen eine Entschädigung zahlen.
Der baden-württembergische Geflügelwirtschaftsverband geht nun davon aus, dass die Kosten in Milliardenhöhe die Länder tragen. Vielleicht , so die Hoffnung, komme deshalb die Frist für das Käfigverbot in Berlin doch noch mal auf den Tisch. Mit einer Fristverlängerung könnte Landwirt Riehle leben. Bis 2012 ist seine Farm abgeschrieben, dann hat er nichts mehr gegen einen Umbau auf Bodenhaltung. Und seine 150.000 Käfighühner wohl auch nicht.