"Der Space Shuttle ist nicht wirklich ein sicheres Fahrzeug. Es ist ein Experimentalfahrzeug."
Das sagt kein geringer als Wayne Hale, der Shuttle-Programm-Manager. Vor dem Start der Discovery in der kommenden Woche sorgen sich die Nasa-Ingenieure ausgerechnet um die Flügelvorderkanten des Shuttle. Genau dort war die Raumfähre Columbia vor knapp fünf Jahren beim Start so stark beschädigt worden, dass sie beim Wiedereintritt in die Atmosphäre verglüht ist.
"An den Vorderkanten der Flügel ist ein Gewebe aus Kohlefaserverbundstoffen. Dieses Gewebe ist mit Siliziumkarbid beschichtet, um den mehr als 1600 Grad Celsius Hitze beim Wiedereintritt in die Atmosphäre standzuhalten. Jetzt haben wir bemerkt, dass an einigen Stellen diese Beschichtung nur noch sehr dünn ist. Wir wissen nicht, woher das kommt. Auch nach 26 Jahren Betrieb gibt es beim Shuttle vieles, was wir nicht verstehen. Wir haben lange diskutiert, ob womöglich das Material darunter beschädigt ist. Wir müssen sicherstellen, dass die Flügelkanten die kritischen Bedingungen bei der Rückkehr zur Erde wirklich aushalten."
Bereits dreimal ist die Discovery mit diesen Flügelvorderkanten im All gewesen. Offenbar ist währenddessen der Schaden nicht viel größer geworden. Dennoch hatten einige Sicherheitsingenieure der Nasa in der vergangenen Woche den Austausch von 3 der 44 Kohlefaserpanele empfohlen. Dazu hätte man die Discovery von der Startrampe zurück in die große Montagehalle fahren müssen. Eine Startverzögerung um knapp zwei Monate wäre die Folge gewesen, erklärt Wane Hayle.
"Die Ingenieure waren ziemlich gespalten. Das macht es für uns Manager so schwierig, richtig entscheiden. Wir haben lange alle Punkte diskutiert. Für mich hat sich gezeigt, dass das Risiko akzeptabel ist, die Flügelkanten so zu belassen, wie sie sind. Ich sage nicht, es ist sicher zu fliegen. Ich sage nur, das Risiko ist hinnehmbar. Wir haben einen schwierigen Flug vor uns, mit dem wir die Internationale Raumstation weiter ausbauen. Das ist der Grund, aus dem wir den Shuttle überhaupt noch fliegen."
Die Nasa steht enorm unter Zeitdruck. Auf Geheiß von US-Präsident George Bush ist Mitte 2010 Schluss mit den Shuttle-Flügen. Höchstens noch 13 Mal wird ein Shuttle die Raumstation ansteuern. Danach ist der Ausbau der ISS de facto beendet. Jede Verzögerung bei den wenigen noch ausstehenden Flügen wäre fatal. So hat auch die siebenköpfige Besatzung der Discovery in der kommenden Woche ein enormes Arbeitsprogramm in der Umlaufbahn abzuarbeiten, erläutert Bill Gerstenmaier, der Nasa-Direktor für den Raumflugbetrieb.
"Dieser Flug ist sehr kompliziert. Die Discovery bringt das Modul Harmony nach oben, das die Besatzung dann anbauen muss. Harmony ist ein Andockknoten, an dem später die Module der internationalen Partner montiert werden. Die Crew muss zudem einen Teil der Außenstruktur der ISS versetzen und Solarzellenflächen ausfahren. Es wird mindestens fünf Außenbordeinsätze geben, die alle extrem anspruchsvoll sind."
Vom Erfolg dieses Discovery-Fluges hängt auch Europas Zukunft auf der ISS ab. Denn nur wenn der Andockknoten erfolgreich montiert ist, kann das Raumlabor Columbus der Europäischen Raumfahrtagentur Esa Teil der ISS werden. Geht jetzt beim Flug der Discovery alles glatt, startet Columbus mit der Raumfähre Atlantis am 6. Dezember ins All.
Das sagt kein geringer als Wayne Hale, der Shuttle-Programm-Manager. Vor dem Start der Discovery in der kommenden Woche sorgen sich die Nasa-Ingenieure ausgerechnet um die Flügelvorderkanten des Shuttle. Genau dort war die Raumfähre Columbia vor knapp fünf Jahren beim Start so stark beschädigt worden, dass sie beim Wiedereintritt in die Atmosphäre verglüht ist.
"An den Vorderkanten der Flügel ist ein Gewebe aus Kohlefaserverbundstoffen. Dieses Gewebe ist mit Siliziumkarbid beschichtet, um den mehr als 1600 Grad Celsius Hitze beim Wiedereintritt in die Atmosphäre standzuhalten. Jetzt haben wir bemerkt, dass an einigen Stellen diese Beschichtung nur noch sehr dünn ist. Wir wissen nicht, woher das kommt. Auch nach 26 Jahren Betrieb gibt es beim Shuttle vieles, was wir nicht verstehen. Wir haben lange diskutiert, ob womöglich das Material darunter beschädigt ist. Wir müssen sicherstellen, dass die Flügelkanten die kritischen Bedingungen bei der Rückkehr zur Erde wirklich aushalten."
Bereits dreimal ist die Discovery mit diesen Flügelvorderkanten im All gewesen. Offenbar ist währenddessen der Schaden nicht viel größer geworden. Dennoch hatten einige Sicherheitsingenieure der Nasa in der vergangenen Woche den Austausch von 3 der 44 Kohlefaserpanele empfohlen. Dazu hätte man die Discovery von der Startrampe zurück in die große Montagehalle fahren müssen. Eine Startverzögerung um knapp zwei Monate wäre die Folge gewesen, erklärt Wane Hayle.
"Die Ingenieure waren ziemlich gespalten. Das macht es für uns Manager so schwierig, richtig entscheiden. Wir haben lange alle Punkte diskutiert. Für mich hat sich gezeigt, dass das Risiko akzeptabel ist, die Flügelkanten so zu belassen, wie sie sind. Ich sage nicht, es ist sicher zu fliegen. Ich sage nur, das Risiko ist hinnehmbar. Wir haben einen schwierigen Flug vor uns, mit dem wir die Internationale Raumstation weiter ausbauen. Das ist der Grund, aus dem wir den Shuttle überhaupt noch fliegen."
Die Nasa steht enorm unter Zeitdruck. Auf Geheiß von US-Präsident George Bush ist Mitte 2010 Schluss mit den Shuttle-Flügen. Höchstens noch 13 Mal wird ein Shuttle die Raumstation ansteuern. Danach ist der Ausbau der ISS de facto beendet. Jede Verzögerung bei den wenigen noch ausstehenden Flügen wäre fatal. So hat auch die siebenköpfige Besatzung der Discovery in der kommenden Woche ein enormes Arbeitsprogramm in der Umlaufbahn abzuarbeiten, erläutert Bill Gerstenmaier, der Nasa-Direktor für den Raumflugbetrieb.
"Dieser Flug ist sehr kompliziert. Die Discovery bringt das Modul Harmony nach oben, das die Besatzung dann anbauen muss. Harmony ist ein Andockknoten, an dem später die Module der internationalen Partner montiert werden. Die Crew muss zudem einen Teil der Außenstruktur der ISS versetzen und Solarzellenflächen ausfahren. Es wird mindestens fünf Außenbordeinsätze geben, die alle extrem anspruchsvoll sind."
Vom Erfolg dieses Discovery-Fluges hängt auch Europas Zukunft auf der ISS ab. Denn nur wenn der Andockknoten erfolgreich montiert ist, kann das Raumlabor Columbus der Europäischen Raumfahrtagentur Esa Teil der ISS werden. Geht jetzt beim Flug der Discovery alles glatt, startet Columbus mit der Raumfähre Atlantis am 6. Dezember ins All.