
Vor allem können Sanktionen schneller verhängt werden, beispielsweise wenn Leistungsempfänger keine Bewerbungen schreiben oder nicht zu Terminen im Jobcenter erscheinen.
Begrenzung der Wohnkosten
Auch die Höhe der Wohnkosten wird stärker begrenzt. Es wird künftig höchstens das Anderthalbfache der sogenannten Angemessenheitsgrenze gezahlt. Diese legt die jeweilige Kommune fest; in der Regel eine bestimmte Summe pro Haushaltsmitglied.
Zudem hängt die Höhe des Schonvermögens nun vom Alter ab. Antragsteller, die jünger als 30 Jahre sind, müssen ihr Vermögen bis auf 5.000 Euro aufbrauchen, ehe sie Grundsicherung bekommen. Von 30 bis 39 Jahren sind es 10.000 Euro, von 40 bis 49 Jahren sind es 12.500 und ab 50 dann 20.000 Euro.
Vermittlung hat Vorrang
Die Vermittlung in Arbeit hat wieder - wie im alten Hartz-IV-System - Vorrang vor einer Ausbildung oder Qualifizierung von Arbeitslosen. Eltern kleiner Kinder werden künftig vom Jobcenter betreut, sobald ihr Kind 14 Monate alt ist. Bislang galt eine Grenze von drei Jahren.
Zweck der Reform
Die Bundesregierung erwartet von der Reform Kosteneinsparungen und sie will alle, die arbeiten können, auch dazu bringen, zu arbeiten. Zuletzt bezogen laut Statistik der Bundesagentur für Arbeit etwa 5,2 Millionen Menschen Bürgergeld, davon 3,8 Millionen Erwerbsfähige. Etwas mehr als die Hälfte der Bezieher sind deutsche Staatsbürger. Unter den Empfängern mit ausländischem Pass stammt der größte Anteil mit rund 700.000 aus der Ukraine.
Alleinstehende bekommen 563 Euro im Monat - daran ändert sich nichts. Für die Regelsätze sowie Kosten für Wohnen und Heizen plant der Bund 2026 mit rund 41 Milliarden Euro. Dazu kommen rund zehn Milliarden Euro für Verwaltungskosten und Leistungen zur Eingliederung in Arbeit.
Kein Tankrabatt mehr
Nach zwei Monaten endet um Mitternacht der sogenannte Tankrabatt. Die Preise für Benzin und Diesel dürften dadurch spürbar steigen. Für Kraftstoffe, die am 1. Juli das Tanklager oder die Raffinerie verlassen, gilt dann wieder die alte und höhere Steuer. Inklusive Mehrwertsteuer macht das 16,7 Cent pro Liter aus. Der Tankstellenverband BFT erwartet, dass sich das an den Zapfsäulen erst morgen Mittag bemerkbar machen wird, da die Preise derzeit nur um 12.00 Uhr angehoben werden dürfen. Laut ADAC waren die Kraftstoffpreise allerdings schon in den vergangenen Tagen deutlich gestiegen.
Zahlreiche weitere Änderungen
Unter anderem steigen von heute an die Renten, für bestimmte Gruppen gilt die Steuererklärung mit einem Klick und das Onlineshopping in Nicht-EU-Ländern wird teurer.
Diese Nachricht wurde am 30.06.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
