Anthony Willies in einem Gebäude der Kilchoman-Farm im einsamen Westen der schottischen Insel Islay. Vor zwei Jahren wurde die Farm zu einer Whisky-Brennerei. Die dafür benötigte Gerste wird selbst angebaut. "Wir sind die einzige Brennerei in Schottland, die ihre eigene Gerste verwendet, sie selbst komplett mälzt, den Alkohol selber brennt und lagert. Alle Produktionsabläufe finden hier an Ort und Stelle statt", erklärt der schlaksige, knapp 50 Jahre alte Willies, Besitzer und Brennerei-Chef in seinem Lagerhaus mit knapp 1000 Fässern.
"Das Geschäft mit schottischen Whisky boomt. Zuletzt erreichten die Exporte die magische Zahl von einer Milliarde Flaschen. Die Zeit war reif für so eine Nischenproduktion wie auf unserer Farm. Das Interesse der Whisky-Kenner und Enthusiasten in der ganzen Welt wächst. Die Leute sind auf der Suche nach besonderen Abfüllungen."
Willies Blick schweift stolz über die langen, doppelstöckigen Reihen mächtiger Whiskyfässer. Der größte Teil des in Schottland produzierten Whiskys besteht aus den sogenannten Blends - Mischungen von Erzeugnissen verschiedener Brennereien, wobei vorwiegend industriell aus Weizen oder Mais erzeugter Alkohol genutzt wird. Die höchste Qualität aber haben die sogenannten Malt-Whiskys, Destillate aus gemälzter Gerste, die in einem aufwändigen Verfahren hergestellt werden - so wie auf der Kilchoman-Farm.
"Es gibt rund 90 Brennereien in Schottland und jede produziert ihren eigenen Whisky. Das ist ein großer Anreiz für die Kunden. Besonders erfreulich sind die Zahlen aus Russland, Indien und aus China."
Willis grinst. Fast ein Jahrhundert war die schottische Whisky-Industrie von Schließungen und Firmenkonzentrationen geprägt. Heute befinden sich etwa 90 Prozent der Brennereien im Besitz meist internationaler Konzerne. In den letzten Jahren gelangen allerdings die Wiedereröffnung längst geschlossener oder sogar Neugründungen kleiner Brennereien - wie die von Kilchoman.
Malcom Rennie, der kleine, kräftige Brennmeister von Kilchoman, füllt gerade eine der beiden etwa drei Meter hohen, kupfernen Brennblasen mit der bierartigen, vergoren Würze. Zweimal am Tag, fünf Tage die Woche, wird daraus das hochprozentige Destillat gebrannt. Anschließend muss es noch mindestens drei Jahre in einem Eichenfass lagern, bevor es überhaupt "Whisky" genannt werden darf. Spitzen-Whisky aber reift wesentlich länger - zwölf, sechzehn, achtzehn oder auch noch mehr Jahre. Es gibt einen Markt für besonders guten Whisky in kleiner Auflage, beschreibt Rennie den neusten Trend. Doch auch wenn die Geschäfte gut laufen - die Herstellung von Whisky ist aufgrund zahlreicher nicht erforschter Abläufe nur bedingt zu kontrollieren.
"Niemand weiß am Ende wirklich, wie der Whisky schmecken wird. Wichtig ist ein hochqualitatives Destillat, das in einem guten Fass gelagert werden muss. Ein schlechtes Fass würde alles ruinieren. Wir achten da genau drauf, nehmen nur die beste Qualität. Wir können das Zeug später nicht irgendwie untermischen, wie es die großen Brennereien tun."
Sein Chef nickt. Seit zwei Jahren produzieren sie nun schon mit vier Mann, haben aber noch nicht viel verdient.
"Wir haben zwei Millionen Pfund - etwa 2,6 Millionen Euro - zusammen bekommen. Und wenn unsere Berechnungen stimmen, wird das für die ersten fünf kritischen Jahre reichen. Wenn wir da durch sind, werden wir wohl gutes Geld verdienen. Aber diese ersten Jahre, die sind hart."
Programmtipp: "Gesichter Europas", Samstag, 5. April 2008, 11.05 Uhr im Deutschlandfunk
"Das Geschäft mit schottischen Whisky boomt. Zuletzt erreichten die Exporte die magische Zahl von einer Milliarde Flaschen. Die Zeit war reif für so eine Nischenproduktion wie auf unserer Farm. Das Interesse der Whisky-Kenner und Enthusiasten in der ganzen Welt wächst. Die Leute sind auf der Suche nach besonderen Abfüllungen."
Willies Blick schweift stolz über die langen, doppelstöckigen Reihen mächtiger Whiskyfässer. Der größte Teil des in Schottland produzierten Whiskys besteht aus den sogenannten Blends - Mischungen von Erzeugnissen verschiedener Brennereien, wobei vorwiegend industriell aus Weizen oder Mais erzeugter Alkohol genutzt wird. Die höchste Qualität aber haben die sogenannten Malt-Whiskys, Destillate aus gemälzter Gerste, die in einem aufwändigen Verfahren hergestellt werden - so wie auf der Kilchoman-Farm.
"Es gibt rund 90 Brennereien in Schottland und jede produziert ihren eigenen Whisky. Das ist ein großer Anreiz für die Kunden. Besonders erfreulich sind die Zahlen aus Russland, Indien und aus China."
Willis grinst. Fast ein Jahrhundert war die schottische Whisky-Industrie von Schließungen und Firmenkonzentrationen geprägt. Heute befinden sich etwa 90 Prozent der Brennereien im Besitz meist internationaler Konzerne. In den letzten Jahren gelangen allerdings die Wiedereröffnung längst geschlossener oder sogar Neugründungen kleiner Brennereien - wie die von Kilchoman.
Malcom Rennie, der kleine, kräftige Brennmeister von Kilchoman, füllt gerade eine der beiden etwa drei Meter hohen, kupfernen Brennblasen mit der bierartigen, vergoren Würze. Zweimal am Tag, fünf Tage die Woche, wird daraus das hochprozentige Destillat gebrannt. Anschließend muss es noch mindestens drei Jahre in einem Eichenfass lagern, bevor es überhaupt "Whisky" genannt werden darf. Spitzen-Whisky aber reift wesentlich länger - zwölf, sechzehn, achtzehn oder auch noch mehr Jahre. Es gibt einen Markt für besonders guten Whisky in kleiner Auflage, beschreibt Rennie den neusten Trend. Doch auch wenn die Geschäfte gut laufen - die Herstellung von Whisky ist aufgrund zahlreicher nicht erforschter Abläufe nur bedingt zu kontrollieren.
"Niemand weiß am Ende wirklich, wie der Whisky schmecken wird. Wichtig ist ein hochqualitatives Destillat, das in einem guten Fass gelagert werden muss. Ein schlechtes Fass würde alles ruinieren. Wir achten da genau drauf, nehmen nur die beste Qualität. Wir können das Zeug später nicht irgendwie untermischen, wie es die großen Brennereien tun."
Sein Chef nickt. Seit zwei Jahren produzieren sie nun schon mit vier Mann, haben aber noch nicht viel verdient.
"Wir haben zwei Millionen Pfund - etwa 2,6 Millionen Euro - zusammen bekommen. Und wenn unsere Berechnungen stimmen, wird das für die ersten fünf kritischen Jahre reichen. Wenn wir da durch sind, werden wir wohl gutes Geld verdienen. Aber diese ersten Jahre, die sind hart."
Programmtipp: "Gesichter Europas", Samstag, 5. April 2008, 11.05 Uhr im Deutschlandfunk