Daß man nichts mehr von BSE, Creutzfeldt-Jacob und Scrapie hört, heißt nicht, daß es diese so genannten spongiformen Enzephalopathien, die das Gehirn mit Eiweißablagerungen buchstäblich durchlöchern, nicht mehr gibt. Nach wie vor werden in Deutschland regelmäßig BSE-Rinder entdeckt. Grundlagenversuche an Mäusen haben jetzt ergeben, daß die krankmachenden Prion-Proteine durchaus nicht nur in Hirn-, Nerven- und vielleicht auch noch im Lymphgewebe vor, sondern unter Umständen auch in anderen Geweben. Ein internationales Team um den renommierten Schweizer Prionforscher Adriano Aguzzi von der Universität Zürich hat entdeckt, daß die Prionen offenbar von denselben Entzündungen angezogen werden, wie weiße Blutkörperchen. Damit könnten die Regeln, nach denen Veterinäre und Gesundheitsbehörden mit BSE umgehen, obsolet werden. "Wenn eine Infektionserkrankung mit einer Entzündung vorliegt, dann muß man sich fragen, ob diese Regeln noch stimmen", so Aguzzi, "bei der Maus, das kann ich sagen, stimmen sie sicherlich nicht mehr."
Aguzzis Team ist allerdings nicht an einer Überprüfung der veterinärmedizinischen Praxis sondern an Erkenntnissen über die Ausbreitung des Prion-Proteins im Körper von infizierten Organismen interessiert. Schon bisher war bekannt, daß das Immunsystem bei der Eiweißmoleküle eine Rolle spielt. Auch bei den Versuchsmäusen folgten die Prionen offenbar denselben Wegen wie die Blutkörperchen, ob der Rinderwahnsinn allerdings mit einer Infektion zusammenhängt, ist unklar. Wenn also ein BSE-Rind auch noch an einer Entzündung leidet, könnten die BSE-Proteine aus den bislang bekannten Geweben in andere Organe wandern. Aguzzis Ergebnisse gelten allerdings bislang nur für die Maus. "Wie es beim Rind, Schaf und Mensch aussehen wird, müssen weitere Experimente untersuchen", so Aguzzi, "aber ich würde sagen, auf der Basis dessen, was wir herausgefunden haben, sind solche Experimente schon dringend." Seine Arbeitsgruppe hat bereits mit Schafen begonnen.
[Quelle: Michael Lange]
Aguzzis Team ist allerdings nicht an einer Überprüfung der veterinärmedizinischen Praxis sondern an Erkenntnissen über die Ausbreitung des Prion-Proteins im Körper von infizierten Organismen interessiert. Schon bisher war bekannt, daß das Immunsystem bei der Eiweißmoleküle eine Rolle spielt. Auch bei den Versuchsmäusen folgten die Prionen offenbar denselben Wegen wie die Blutkörperchen, ob der Rinderwahnsinn allerdings mit einer Infektion zusammenhängt, ist unklar. Wenn also ein BSE-Rind auch noch an einer Entzündung leidet, könnten die BSE-Proteine aus den bislang bekannten Geweben in andere Organe wandern. Aguzzis Ergebnisse gelten allerdings bislang nur für die Maus. "Wie es beim Rind, Schaf und Mensch aussehen wird, müssen weitere Experimente untersuchen", so Aguzzi, "aber ich würde sagen, auf der Basis dessen, was wir herausgefunden haben, sind solche Experimente schon dringend." Seine Arbeitsgruppe hat bereits mit Schafen begonnen.
[Quelle: Michael Lange]