Baden-Württemberg
Aus Protest: Hausärzte sperren jeden zweiten Platz im Wartezimmer - Protestkampagne gegen Sparpläne

Hausarztpraxen in Baden-Württemberg wollen kommende Woche ihre Wartezimmer aus Protest gegen die Sparpläne der Bundesregierung verkleinern.

    Ein Hausarzt sitzt in einem Sprechzimmer seiner Hausarztpraxis an einem Schreibtisch und arbeitet am Computer.
    Die Hausärzte fühlen sich durch die Reformpläne von Gesundheitsministerin Warken benachteiligt. (picture alliance / dpa / Sebastian Kahnert)
    Der Hausärztinnen- und Hausärzteverband ruft seine Mitglieder in dem Bundesland auf, jeden zweiten Platz im Wartezimmer zu sperren. Es gehe um ein sichtbares Zeichen für die Gefährdung hausärztlicher Versorgung. Die Protestaktion im Südwesten ist Teil einer bundesweiten Kampagne. - Der Verband kritisiert besonders geplante Änderungen beim Hausarztprogramm. Bei diesem können sich Patienten freiwillig verpflichten, immer zuerst ihre Hausarztpraxis aufzusuchen. Die Bundesregierung will diese "Hausarztzentrierte Versorgung", kurz HZV, finanziell beschränken. Der Hausärzteverband spricht von einer Abschaffung der HZV durch die Hintertür.
    Eine Studie im Auftrag der Techniker Krankenkasse trat jüngst der Annahme entgegen, dass Patienten dank HZV seltener unkoordiniert zu Fachärzten oder Krankenhäuser gingen und das System somit Geld spare. Vielmehr verursacht die HZV laut Studienautor, dem Hamburger Gesundheitsökonomen Jonas Schreyögg, Mehrkosten.
    Diese Nachricht wurde am 04.06.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.