Studie
Ausblick: Deutsche Bevölkerung wird um mindestens ein Viertel schrumpfen

Mehr Babys können den Bevölkerungsrückgang in Deutschland nicht unbedingt aufhalten: Selbst wenn die Geburtenrate sofort auf das sogenannte Bestanderhaltungsniveau stiege, würde die Bevölkerung ohne Zuwanderung in den nächsten 50 Jahren um fast 25 Prozent schrumpfen. Das zeigen Daten aus dem Rostocker Zentrum zur Erforschung des Demografischen Wandels.

    Eine Frau hält das Ultraschallbild eines ungeborenen Kindes in den Händen.
    Die niedrige Geburtenrate in Deutschland ist laut Demografieforscher Rau problematisch (imago / photothek / Thomas Trutschel)
    Das Bestandserhaltungsniveau ist die durchschnittliche Zahl an Kindern pro Frau, die notwendig ist, um die Bevölkerung ohne Zuwanderung langfristig konstant zu halten. In Industrieländern seien dies durchschnittlich 2,1 Kindern pro Frau, hieß es. Aktuell liege die Geburtenrate in Deutschland bei 1,35 Kindern.

    Forscher: Entscheidend ist die Altersstruktur

    Ursache der Entwicklung sei die Altersstruktur in Deutschland, erklärte Demografieforscher Roland Rau. In einer alternden Gesellschaft mit seit Jahren niedrigen Geburtenraten gebe es weniger Frauen im gebärfähigen Alter. Daher gebe es weniger Geburten, auch wenn die Geburtenrate steige. Das habe gravierende Folgen für die Sozialsysteme und die Wirtschaft, sagte der Forscher und verwies auf den Fachkräftemangel.
    Der Forscher hat Daten der Vereinten Nationen genutzt, um die Entwicklung mit Geburtenzahlen auf Bestanderhaltungsniveau für Deutschland, Österreich, die Welt und viele weitere Länder zu berechnen. Ausgangsjahr sei 2024. Während Deutschland in den nächsten 50 Jahren ungefähr um ein Viertel schrumpfen werde, betrage der Rückgang in Österreich rund 20 Prozent.
    Bei der Weltbevölkerung sei dies genau andersherum: Sie würde noch um etwa 16 Prozent weiterwachsen, selbst wenn ab dem Jahr 2025 das globale Geburtenniveau auf dem Bestandserhaltungsniveau läge. Afrika würde sogar noch um 48 Prozent weiterwachsen, hieß es.
    Diese Nachricht wurde am 01.04.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.